Stand: 23.01.2017 10:46 Uhr

Orchideen: Die Lieblinge auf der Fensterbank

Orchideen gehören in Deutschland zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Kein Wunder, denn sie vereinen viele positive Eigenschaften: Sie sehen grazil aus, blühen lange, es gibt sie in vielen attraktiven Farben und Blütenformen und die allermeisten Sorten sind unkompliziert in der Pflege. Die sogenannte Phalaenopsis zählt zu den am häufigsten angebotenen Orchideen. Sie stammt ursprünglich aus dem tropischen Regenwald und gedeiht dort als sogenannte Aufsitzerpflanze, wächst also auf Bäumen.

Vom Gießen bis zum Kauf: Tipps zur Orchideen-Pflege

Keine pralle Sonne

In ihrer natürlichen Umgebung haben Orchideen also immer ein schützendes Blätterdach über sich. Deshalb sollten sie auch nicht in der prallen Sonne stehen. Ein West- oder Ost-Fenster ist ideal. Die Pflanzen bevorzugen eine eher hohe Luftfeuchtigkeit. Vanda-Orchideen eignen sich deshalb besonders gut für helle Badezimmer. Pflanzenfreunde sollten ihre Orchideen daher regelmäßig mit Wasser besprühen. Das ist besonders wichtig, wenn sich das Fensterbrett genau über einer Heizung befindet.  

Ideal: Wurzelbad mit Regenwasser

Auch beim Gießen sind Orchideen sehr pflegeleicht. Im Winter sollten die Pflanzen einmal in der Woche aus dem Topf genommen und mit den Wurzeln in abgestandenes oder abgekochtes Leitungswasser getaucht werden, Regenwasser eignet sich noch besser. Im Tauchbad saugen die Wurzeln Wasser auf und speichern einen Vorrat für die nächsten Tage. Frühestens nach etwa einer Woche, wenn das Substrat trocken und hellbraun ist, brauchen sie wieder Wasser. Ein einfacher Trick hilft bei der Beurteilung: Erscheint die Pflanze beim Anheben ungewöhnlich leicht, braucht sie Wasser. Ist der Topf noch schwer, kann später gegossen werden. In jedem Fall muss das überschüssige Gießwasser ablaufen können.

Blähton erhöht die Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit lässt sich auch mithilfe von Blähton erhöhen. Dafür die feuchten Kügelchen in einen großen Übertopf geben und dort hinein den kleineren Kunststoffbehälter der Orchidee stellen. Das Wasser verdunstet durch die Wärme in der Wohnung langsam, steigt nach oben und befeuchtet so die Pflanze. Es gibt aber auch spezielle Fensterbank-Sets für Orchideen zu kaufen. Die funktionieren genauso wie der Übertopf mit Blähton, sind nur teurer.

Die richtige Erde und Düngung

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Orchideen benötigen spezielles Substrat.

Am besten gedeihen die exotischen Schönheiten in spezieller Orchideenerde. Das Substrat sollte auf jeden Fall luftdurchlässig und grob sein. Wer keinen speziellen Orchideendünger kaufen möchte, kann auch normalen Flüssigdünger verwenden und die empfohlene Menge im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen. Die meisten Orchideen sind vom Frühling bis Herbst im Wachstum, in dieser Zeit alle zwei bis vier Wochen düngen. Im Winter sollte man auf Dünger nahezu komplett verzichten.

Nie neben reifes Obst stellen

Verblühte Orchideen blühen meistens wieder. Das gelingt, wenn man nach dem Verblühen den Stiel über dem dritten kleinen Hüllblatt abschneidet. Hüllblätter sind die sichtbaren Verdickungen am Stiel. Ganz wichtig ist es übrigens, dass Orchideen nie neben einem Korb mit reifem Obst stehen. Da strömen nämlich Reifegase aus, die dazu führen, dass die Orchidee ihre Blüten ganz schnell verliert.

Orchideen regelmäßig umtopfen

Alle zwei bis drei Jahre sollten Orchideen neues Substrat bekommen. Es verrottet mit der Zeit und schnürt die Wurzeln nach und nach ein. Da sich die meisten Triebe und Blätter im Frühjahr entwickeln, sind dies günstigste Monate fürs Umtopfen. Ein bis zwei Tage vorher die Pflanze kräftig gießen. Nach dem Austopfen das alte Substrat vorsichtig von den Wurzeln lösen. Faule und abgestorbene Wurzelteile mit einer Schere entfernen. Tote Wurzeln lassen sich daran erkennen, dass sie schlaff und/oder hohl sind.

Der neue Topf sollte möglichst transparent sein - so bekommen die Wurzeln das Licht, das sie brauchen. Die Orchidee nun mit einer leichten Drehung in den Topf setzen und das Substrat nach und nach auffüllen. Zwischendurch den Topf ab und zu bewegen, damit das Substrat bis auf den Topfboden fällt. Die Pflanze darf nicht zu tief im Substrat stecken, da sonst Wasser zwischen die Blätter der Neutriebe kommt und diese verfaulen. Nach dem Umtopfen die Pflanze etwa fünf Tage nicht gießen, sondern nur im Blätterbereich besprühen.

Eine Bildmontage von blühenden Orchideen. © NDR

Orchideen-Pflege: Umtopfen leicht gemacht

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Faszinierende Blüten, attraktive Farben, grazile Stengel: Orchideen sind beliebt. Wie gedeihen sie am besten? Umtopfen ist wichtig. Der Frühling ist die beste Zeit dazu. So geht's.

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