Stand: 21.09.2017 14:50 Uhr

Kräuter durch Stecklinge vermehren

Von fast allen mehrjährigen Kräutern wie Salbei, Rosmarin, Oregano, Minze, Estragon, mehrjähriges Bohnenkraut, Thymian oder Lavendel können Stecklinge geschnitten werden. Der Vorteil bei dieser Art der Vermehrung ist, dass Tochterpflanzen entstehen, die exakt der Mutterpflanze entsprechen. Bei einer Vermehrung durch Saatgut kann es dagegen passieren, dass sich eine Pflanze mit anderen Eigenschaften entwickelt. Der Grund: Bei modernen Züchtungen spalten sich die Eigenschaften, die in der Elternpflanze vereint wurden, in der folgenden Generation meist wieder auf. Wichtig ist, dass möglichst frische und noch nicht verholzte Triebe ausgewählt werden.

Anleitung: Stecklingen von Kräutern schneiden

Stecklinge richtig schneiden

Beim Schneiden von Stecklingen ist es so ähnlich wie bei einer Operation: Das Werkzeug, ob Schere oder Messer, muss schön scharf und sauber sein. So bleiben die Schnitte sauber und es können keine Quetschungen entstehen. Außerdem sollten penibel auf Sauberkeit geachtet werden. Das erhöht die Chance, dass aus den Zöglingen etwas wird.

Kopfsteckling oder Teilsteckling?

Am besten eignet sich ein Kopfsteckling vom oberen Teil der Pflanze, der jedoch nicht zu groß geschnitten sein sollte. Ungefähr zwei Blätter können bei großblättrigen Pflanzen wie Salbei stehen bleiben. Bei Pflanzen mit kleinen Blättern, beispielsweise bei Rosmarin, werden die Blätter im unteren Bereich entfernt. Große Blätter wie beim Salbei halbieren, um die Verdunstung zu mindern. Wenn die Kräuter gerade in Blüte stehen, sind Kopfstecklinge nicht der richtige Weg. Dann empfiehlt es sich, einen Teilsteckling zu schneiden: Hierfür einfach einen Abschnitt aus dem Stiel schneiden und eine Blattachse stehen lassen. Die unteren Blätter können abgeschnitten werden.

Anzucht in Töpfen

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Einfach, aber effektiv ist die Vermehrung in Anzuchtschalen.

Um die Zöglinge in die Erde zu bringen, eignen sich kleine Töpfe, Anzuchtschalen, Quelltöpfe oder selbst gemachte Töpfe aus Zeitungspapier. Das Substrat sollte nährstoffarm sein - Kokosfasern, Anzuchterde oder alte Blumenerde sind empfehlenswert. Auch Bewurzelungspulver kann zum Einsatz kommen, wenn der Steckling im Substrat leicht angedrückt wird. Kann der Steckling nicht sofort gepflanzt werden, diesen einfach in Wasser stellen. Die Töpfe sind im Herbst in einem Beet gut aufgehoben, denn hier trocknen sie nicht so schnell aus. An einer geschützten, nicht zu sonnigen Ecke können diese dann bis zum ersten Frost draußen bleiben. Wenn es noch mal sehr warm wird, die zarten Pflänzchen mit Folie vor Verdunstung schützen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 23.09.2017 | 06:50 Uhr

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