Stand: 23.11.2017 14:49 Uhr

Kräuter richtig überwintern

Viele Kräuter überstehen Frost und niedrige Temperaturen nicht. Wer auch im kommenden Jahr Freude an den Pflanzen haben möchte, sollte daher auf den richtigen Winterschutz achten. Allerdings haben nicht alle Kräuter dieselben Ansprüche - im Gegenteil.

Im Herbst gesunde Blätter ernten und trocknen

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Bei vielen Kräutern handelt es sich um Stauden, das heißt, sie werfen ihre oberirdischen Teile im Herbst ab und treiben im Frühling aus dem Wurzelstock wieder komplett neu aus. Dazu zählen zum Beispiel Minze, Zitronenmelisse und Oregano. Von diesen Kräutern kann man vor dem Winter die gesunden Blätter ernten und trocknen. Dafür die Kräuter samt Stängel abschneiden, eventuell vorhandene Blütenstände entfernen und auf ein Backofenrost legen. Die Kräuter im Ofen bei 50 Grad Celsius mit offener Ofentür trocknen, bis sie beim Zerbrechen knistern. Aber Vorsicht: Die Blätter sollen dabei nicht braun werden, sonst sind sie vertrocknet. Danach die Kräuter in einer Blechdose oder in dunkel getönten Glasbehältern lagern. Sie lassen sich bestens für Tee nutzen.

Verholzende Kräuter: Im Frühjahr zurückschneiden

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Verholzende Kräuter wie Salbei erst im Frühling schneiden.

Manche Kräuter verholzen mit den Jahren. Das heißt, ihre Triebe entstehen nicht jedes Jahr aus dem Wurzelstock neu wie bei den Stauden, sondern sie entwickeln einen festen Stamm, aus dem sie im Frühling frisch austreiben. Zu diesen Kräutern gehören zum Beispiel Lavendel, Salbei, Thymian, Ysop oder Bohnenkraut. Von diesen Kräutern sollte man im Herbst nur noch Stängel nach Bedarf ernten. Sie brauchen das diesjährige Laub als Winterschutz. Erst um Ostern herum werden sie kräftiger zurückgeschnitten. Bei Salbei zum Beispiel erkennt man schon im Herbst, wo die Blätter am Stamm sitzen, die im kommenden Jahr stärker austreiben und größer werden. Über diesem Laub schneidet man die Pflanzen im nächsten Jahr.

Empfindliche Kräuter mit einem Vlies schützen

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Vlies zum Schutz der Kräuter sollte besonders dick sein und "Gärtnerqualität" haben.

Neben den winterharten Kräutern gibt es auch einige, die zwar einige Minusgrade vertragen, aber vor zu starkem Frost - vor allem ohne Schnee - geschützt werden müssen. Hierzu zählen zum Beispiel empfindlichere Lavendelsorten, buntlaubiger Salbei, Lorbeer oder Rosmarin. Wer die Pflanzen nicht ins Haus holen möchte - was sie ohnehin oft nicht richtig gut überstehen - kann sie auch, ausgepflanzt oder in Kübeln, draußen lassen. Allerdings sollten sie dann mit einem kräftigen Vlies vor der Kälte geschützt werden. Dieses Vlies sollte "Gärtnerqualität" haben, also nicht leichter als 90 Gramm pro Quadratmeter sein. Die Kräuter werden mit dem Vlies umwickelt. Dabei helfen kräftige Bambusstäbe als Gerüst, auch kegelförmige Weiden-Rankgerüste sind möglich. Die Pflanze werden mit diesen Gerüsten umgeben und das Vlies herumgewickelt und befestigt. Diese Arbeiten sollten vor den ersten Nachtfrösten erledigt sein.

Wenn es noch kälter wird, kann auch der obere Teil der Pflanze vom Vlies abgedeckt werden. Dabei das Vlies am besten am Boden mit Steinen beschweren. Es ist übrigens wasser-, licht- und luftdurchlässig und funktioniert wie eine Schneedecke. Zusätzlichen Schutz erhalten die Pflanzen, wenn man den Boden etwa fünf Zentimeter dick mulcht, also mit einer Schicht zum Beispiel aus gehäckselter Rinde oder Laub überdeckt. Diese Schicht dämmt den Boden und die Wurzeln der Pflanzen gegen zu starken Frost. Im Frühling, sobald die Frostgefahr vorbei ist, wird das Vlies wieder entfernt.

Sehr frostempfindliche Kräuter ins Haus holen

Sehr empfindlich sind zum Beispiel Zitronenverbene, Basilikum und alle Duftpelargonien. Diese Pflanzen vertragen keine Minustemperaturen und sollten bei Frostgefahr unbedingt ins Haus. Sie sollten so hell wie möglich bei Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius untergestellt werden. Ganz wichtig: Die Pflanzen benötigen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Daran mangelt es in unseren Wohnungen heute meist. Also am besten eine Schale mit Wasser neben die Kräuter stellen oder einen Zimmerspringbrunnen benutzen. Den Ballen nicht austrocknen lassen und die Kräuter regelmäßig auf Schädlinge untersuchen.

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Mein Nachmittag | 30.03.2017 | 16:20 Uhr

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