Telemann-Festival: "Miriways"

Die 1982 gegründete Akademie für Alte Musik Berlin (kurz Akamus) ist eine Institution auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis. Das Ensemble erhielt 2006 den Telemann-Preis der Stadt Magdeburg.

1728 wurde sie in der legendären Gänsemarktoper uraufgeführt. Beim Telemann-Festival von NDR Das Alte Werk kehrt "Miriways", eine Oper in drei Akten über die Rebellion in Persien und den neuen Machthaber auf dem Pfauenthron, nun in die Stadt seiner Entstehung zurück.

Telemann-Festival #1
Fr, 24.11.2017 | 20 Uhr
Hamburg, Laeiszhalle (Johannes-Brahms-Platz 1)

19 Uhr: Einführungsveranstaltung im Kleinen Saal

Akademie für alte Musik Berlin
Bernard Labadie Leitung
Michael Volle Bariton (Miriways)
Robin Johannsen Sopran (Sophi)
Sophie Karthäuser Sopran (Bemira)
Lydia Teuscher Sopran (Nisibis)
Michael Nagy Bariton (Murzah)
Marie-Claude Chappuis Mezzosopran (Samischa)
Anett Fritsch Mezzosopran (Zemir)
Johannes Gaubitz Tenor (Gesandter)
Dominik Köninger Bariton (Geist, Scandor)

GEORG PHILIPP TELEMANN
Miriways
Oper in drei Akten nach einem Libretto von Johann Samuel Müller TWV 21:24
(konzertante Aufführung)

Veranstalter: HamburgMusik gGmbH

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Gewaltsamer Wechsel auf dem Pfauenthron

Hamburgs "Director musices" Georg Philipp Telemann blieb immer am Puls der Zeit. Als im Jahr 1722 im fernen Persien ein afghanischer Stammesfürst das Heer der Perser schlug, deren Hauptstadt einnahm und sich auf den Pfauenthron setzte, berichtete auch die europäische Presse bald darauf über "die in Persien sich entsponnene Rebellion" und "den jetzigen Besitzer der persischen Monarchie MyrrWays". Ein schwedischer Offizier, der als Leibwächter des Miriways gedient haben wollte, veröffentlichte gar eine Biografie mit dem Titel "Der Persianische Cromwell oder: Leben und Thaten des Miriways".

Zwischen Liebe und Staatsräson

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Der kanadische Dirigent Bernard Labadie ist Spezialist für Barockmusik und hat sich auch als Operndirigent einen Namen gemacht.

Telemann und sein Librettist Johann Samuel Müller griffen den Miriways-Hype dankbar auf und brachten den Stoff auf die Bühne jenes Hauses, das Telemann seit 1722 leitete: die Hamburger Gänsemarktoper. Erbauliche Geschichten vom Zwiespalt zwischen Liebe und Staatsraison in der exotischen Kulisse des fernen Isfahan waren ganz nach dem Geschmack des Publikums.

Uraufgeführt wurde "Miriways" am 26. Mai 1728 in Hamburg; doch es vergingen fast drei Jahrhunderte, bis Reinhard Goebel die Partitur aus den Archiven zog und 1992 in Magdeburg erneut zum Klingen brachte. Unter Leitung von Bernard Labadie kehrt die Oper in drei Akten über Miriways, den "Persianischen Cromwell", nun in die Stadt seiner Entstehung zurück.

Konzert-Tipp

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