Stand: 02.11.2016 16:54 Uhr

Verein will artgerechte Schweinehaltung fördern

Der Offenstall erlaubt den Schweinen, ihren Bewegungsdrang besser auszuleben.

Schweine wollen sich bewegen und beschäftigen. Dazu brauchen sie einen offenen Stall: Wie eine neu gegründete Initiative betont, muss mindestens eine Seite des Stalls komplett offen sein, um Schweine artgerecht zu halten. Der "Verein zur Förderung der Offenstallhaltung von Schweinen" mit Sitz in Osnabrück will zum Ausbau dieser Art der Haltung beitragen. Derzeit würden nur rund zwei Prozent aller rund 27 Millionen Schweine in Deutschland in offenen Ställen gehalten, sagt Agrarbiologe Rudolf Wiedmann, Gründungsmitglied des Vereins.

Wissenschaftliche Daten fehlen

Ein Problem für Schweinehalter liegt darin, dass Schweineställe je nach Größe bestimmte Emissionsvorgaben erfüllen müssen. Dabei geht es vor allem um den Luftschadstoff Ammoniak. Für Offenställe allerdings gibt es bisher keine wissenschaftlichen Erhebungen zu Emissionswerten. Das erschwere den Landwirten die Genehmigung, erklärt Wiedmann: "Die Behörden sagen: Wir können so einen Stall nicht genehmigen, weil wir keine Daten haben." Kein Behördenmitarbeiter wolle einfach Zahlen "von sich aus" nehmen. "Wenn die nicht zutreffen und nicht gerichtsfest sind, dann hat er nachher Probleme", so Wiedmann. Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums ist ein Arbeitskreis von mehreren Ministerien dabei, die Genehmigung tiergerechter Stallbauten zu vereinfachen.

Handel fördern, Landwirte unterstützen

Der neue Verein will zum einen den Handel mit dem aufwendiger produzierten Fleisch aus Offenstallhaltung fördern. Zum anderen sollen Landwirte unterstützt werden, die ihre Stallanlagen entsprechend umbauen wollen, wie der Vereinsvorsitzende und Osnabrücker Wurstfabrikant Bert Mutsaers erklärt. 14 Gründungsmitglieder hat der Verein, unter ihnen Landwirte, Schlachtbetriebe und Wissenschaftler. Sie kommen größtenteils aus dem Raum Osnabrück.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 02.11.2016 | 17:00 Uhr

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