Stand: 10.01.2012 17:06 Uhr

Transrapid-Teststrecke vor dem Abriss

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Auf dem Gelände in Lathen soll ein Zentrum für Elektromobilität entstehen. (Archiv)

Nach fast 28 Jahren ist nun endgültig Schluss. Das Aus der Transrapid-Versuchsanlage im Emsland wurde bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Die rund 32 Kilometer lange Teststrecke soll noch in diesem Frühjahr abgerissen werden. Das einstige Vorzeigeprojekt deutscher Ingenieurkunst wird somit bald der Zerstörung preisgegeben.

Abbau kostet rund 40 Millionen Euro

Wann genau die Abrissarbeiten beginnen sollen, steht noch nicht fest. Vorher müsse noch geklärt werden, ob für den Rückbau ein eigenes Planfeststellungsverfahren notwendig ist, so Matthias Schmoll, Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Ein solches Verfahren würde den Abrisstermin weiter nach hinten verschieben. Der Abbau sei dann von der Betreibergesellschaft eigenverantwortlich umzusetzen. Die Kosten dafür - voraussichtlich rund 40 Millionen Euro - übernimmt der Bund.

Zentrum für Elektromobilität soll Arbeitsplätze retten

Ende des vergangenen Jahres war die Betriebsgenehmigung der Transrapid-Testanlage ausgelaufen, seitdem ist die Strecke stillgelegt. Eine erneute Verlängerung des Betriebs ist nicht mehr beantragt worden. Parallel zum Rückbau soll auf dem Gelände in Lathen (Landkreis Emsland) künftig ein Kompetenzzentrum für Elektromobilität entstehen. Der Bund trägt nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte der Gesamtkosten von insgesamt 4 Millionen Euro. Der Landkreis Emsland hofft, dass dadurch ein Großteil der Arbeitsplätze bestehen bleiben kann. Wie viele der Mitarbeiter ihren Job dennoch verlieren, ist noch nicht bekannt.

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