Stand: 15.06.2017 15:19 Uhr

Tödliche Tablette: Letztes Verfahren eingestellt

Der Fall einer tödlichen Medikamentendosis ist juristisch abgeschlossen. Jetzt hat das Osnabrücker Amtsgericht das letzte noch laufende Verfahren eingestellt. Vor knapp sechs Jahren war eine herzkranke Frau gestorben, nachdem man ihr ein Medikament in viel zu hoher Konzentration verschrieben hatte. Drei Ärzte und ein Apotheker mussten sich dafür wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Das Verfahren gegen zwei der Ärzte und den Apotheker war bereits im Mai gegen Geldauflage eingestellt worden.

Unklar, bei wem der Fehler lag

Die Staatsanwaltschaft hatte dem dritten Mediziner vorgeworfen, eine Mitschuld am Tod der 54-Jährigen zu tragen. Er habe einen Arztbrief diktiert, in dem die tödliche Dosis empfohlen wurde. Ob jedoch der Arzt selbst die falsche Dosis diktierte oder der Sekretärin bei der Abschrift ein Fehler unterlaufen ist, konnte das Gericht nach eigenen Angaben nicht klären. Es gebe erhebliche Beweisschwierigkeiten, erklärte ein Sprecher die Entscheidung des Gerichts. Der Arzt ist nicht vorbestraft und muss auch keine Geldauflage zahlen. "Das ist ein unbefriedigendes Ende", so ein Sohn der Verstorbenen. Er und seine drei Geschwister traten im Prozess als Nebenkläger auf.

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Tödliche Dosis: Verfahren teilweise eingestellt

Zwei Ärzte und ein Apotheker müssen sich nicht mehr vor dem Osnabrücker Amtsgericht wegen eines tödlich hoch dosierten Medikaments verantworten. Gegen einen Arzt läuft der Prozess weiter. (17.05.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 15.06.2017 | 17:00 Uhr

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