Stand: 20.11.2017 19:56 Uhr

Grenzenlos Einbrecher jagen hat Erfolg

Die Polizeibehörden in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden arbeiten seit nunmehr einem Jahr in einer speziellen Ermittlungsgruppe zur Aufklärung von überregionalen Einbrüchen zusammen. Zeit für ein Zwischenfazit: In diesem einen Jahr konnten die Beamten in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück sechs mobile Einbrecherbanden zerschlagen und rund 120 Taten mit einem Schadensvolumen von mehr als 1,1 Millionen Euro aufklären. Außerdem wurden 35 Tatverdächtige festgenommen. Das gab die federführende Polizeidirektion Osnabrück am Montag auf einer Fachtagung mit den beteiligten Ermittlern in Lingen (Landkreis Emsland) bekannt.

Zusammenarbeit zahlt sich aus

"Die Ergebnisse haben die Erwartungen deutlich übertroffen", sagte Polizeisprecherin Nadine Kluge-Gornig gegenüber NDR.de. "Die zentrale Arbeit zahlt sich aus, wir konnten deutlich mehr Taten als vorher aufklären." Genaue Vergleichszahlen konnte die Sprecherin auf Nachfrage allerdings nicht nennen. Aufgrund der überregionalen Tätigkeit sei das schwer zu vergleichen, so Kluge-Gornig. Die Arbeit der "Zentralen Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruchdiebstahl" hätte unter anderem zur Festnahme eines führenden Mitglieds einer Bande in Belgien geführt, die sich auf das Stehlen von Wohnwagen spezialisiert hatte. Nach Angaben des Innenministeriums ist die Zahl der Einbruchsdelikte in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahr um 17,6 Prozent auf 8.374 Fälle zurückgegangen.

Datenaustausch über sichere Leitung

In den kommenden Monaten wollen die insgesamt 18 Ermittler ihre gemeinsame Arbeit weiter intensivieren. Unter anderem sollen die Kriminalitätslagebilder aus den Grenzregionen künftig noch besser analysiert werden. Dazu bekommen die Ermittler die Einbruchsdaten aus dem nördlichen Münsterland, Westniedersachsen und der niederländischen Grenzregion über eine sichere Leitung zur Verfügung gestellt. "Man kann diese Daten visualisieren, sie übereinanderlegen und so schneller Erkenntnisse über Tatzusammenhänge gewinnen", sagte Marco Ellermann von der Polizeidirektion Osnabrück. Auf diese Weise ließen sich die Vorgehensweisen leichter vergleichen und die Fahnder könnten den Tätern schneller auf die Spur kommen. Bisher konnten derartige Daten nur bei besonderen Anlässen grenzüberschreitend ausgetauscht werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 20.11.2017 | 17:00 Uhr

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