Stand: 11.12.2015 07:51 Uhr

Feuerwehr in Osnabrück übt Penisring-Einsatz

von Josephine Lütke

Ein Würstchen, ein Metallring, Werkzeug und drei Feuerwehrleute: Mit höchster Konzentration geht es dem Ring um das Würstchen an den Kragen. Der kleine Trennschleifer frisst sich durch den Edelstahl. Geschafft. Der Ring ist durch. Jetzt wird er vorsichtig gedreht und das Gerät dann wieder angesetzt. Als auch die andere Seite durchtrennt ist, nehmen die Feuerwehrleute die zwei Teile des Rings ab - aber ganz behutsam, schließlich darf die zarte Würstchenhaut nicht verletzt werden.

Feuerwehrleute hantieren mit Zangen und einem Trennschleifer an einem Metallring, der an einem Würstchen steckt. © NDR Fotograf: Josephine Lütke

Feuerwehr im Penisring-Einsatz

Wenn ein Ring - oder gar ein Intim-Ring - festsitzt, muss ihn die Feuerwehr mit speziellen Gerätschaften behutsam entfernen. Wie das funktioniert, zeigen die Fachleute in diesem Video.

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Zwei Männer von Intimring befreit

Mit dieser etwas ungewöhnlichen Übung reagiert die Osnabrücker Berufsfeuerwehr auf zwei Einsätze am vergangenen Wochenende. In der Notaufnahme eines Krankenhauses befreiten die Feuerwehrleute zwei Männer von ihrem Intimring am Penis. Er saß fest, Blut und Wasser hatte sich in ihrem besten Stück gesammelt. "Mit Ringen am Finger haben wir schon Erfahrung, aber diese Art von Einsätzen gab es vorher noch nicht", sagt Jan Südmersen, Ausbildungsleiter der Osnabrücker Feuerwehr.

Weitere Informationen

Penisring-Pannen halten Feuerwehr in Atem

"Da sollte der Trennschleifer nicht abrutschen": Weil ein Mann seinen Intim-Ring nicht mehr entfernen konnte, musste die Feuerwehr Osnabrück anrücken. Und das nicht nur einmal. (07.12.15) mehr

Titan ist die größte Herausforderung

Wenn aus der Lust mit dem Sexspielzeug Frust wird, ist auch das Material des Rings von großer Bedeutung. Gummi, Latex oder Leder kann wohl jeder im Notfall selbst durchschneiden. Gold ist mit einer Ringsäge gut zu bearbeiten, bei Edelstahl muss der Trennschleifer her und Titan "ist die Königsklasse", sagt Südmersen. Nur ein sogenannter Ringsprenger könne den Intimring dann noch aufknacken.

Der ganze Saal voller Helfer

Angenehm ist eine solche Befreiungsaktion für den Patienten sicher nicht. Im Krankenhaus fehlt es an entsprechendem Werkzeug, deshalb hilft die Feuerwehr. Statt einer langen Nacht zu zweit ist "der ganze Saal voller Feuerwehrleute und Ärzte", so Südmersen. Bei besonders starkem Material könne der Einsatz außerdem bis zu zwei Stunden dauern. Und das mit einem unangenehmen Druckgefühl oder Schmerzen.

Die Männer am Wochenende hätten es gut überstanden und auch die Übung sei geglückt: "Keine Verbrennungen, keine Schnitte im Würstchen." Dennoch hofft die Osnabrücker Feuerwehr, dass ein solcher Einsatz nicht wieder nötig wird.

Mit dem Trennschleifer geht's ans Würstchen