Stand: 20.03.2016 19:01 Uhr

Entwarnung in Belm: Beide Sprengsätze entschärft

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"Es ging glücklicherweise unkompliziert": Die Belmer Bomben nach erfolgreicher Entschärfung.

Für die erste Bombe waren rund zwei Stunden nötig, bei der zweiten ging alles deutlich schneller: In Belm bei Osnabrück sind am Sonntag zwei jeweils rund 200 Kilogramm schwere Weltkriegs-Blindgänger von Experten der Kampfmittelräumung beseitigt worden. Der erste Sprengsatz am Wohngebiet Stettiner Straße wurde nach knapp zwei Stunden erfolgreich entschärft, sagte Feuerwehr-Sprecher Hendrik Seeger gegenüber NDR.de. Den zweiten Sprengsatz habe der Sprengmeister mit seinem Team schließlich innerhalb einer halben Stunde unschädlich machen können. "Das ging alles glücklicherweise sehr unkompliziert und schnell", sagte Seeger.

Auch vorbeifahrende Züge mussten einkalkuliert werden

Betroffen war der gesamte Ortskern der rund 13.000 Einwohner zählenden Gemeinde. In die Länge gezogen wurde die Entschärfung dem Sprecher zufolge auch dadurch, dass immer wieder der Zugverkehr auf der Strecke zwischen Osnabrück und Bremen abgewartet werden musste. Man habe in ständigem Austausch mit der Deutschen Bahn gestanden, um sowohl Abweichungen vom Fahrplan als auch Vorbeifahrten von Zügen zu kennen, sagte Seeger: "Wir wollten schließlich sicher sein, dass nur dann am Zünder gearbeitet wird, wenn eine mögliche Explosion keinen Zug treffen kann." Zugleich habe es so auch nur wenig Verspätung für die Züge gegeben.

Alle Anwohner früh außerhalb der Gefahrenzone

Die Evakuierung der etwa 7.000 Bewohner aus ihren Häusern und Wohnungen war bereits am Vormittag erfolgreich abgeschlossen worden. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk hatten akribisch jedes Haus kontrolliert und schließlich festgestellt, dass alle Anwohner das Gebiet verlassen hatten. Etwa 600 Einsatzkräfte waren dafür im Einsatz. Wer nicht selbst gehen konnte, wurde vom Roten Kreuz abgeholt. Straßensperren verhinderten zudem, dass jemand das Sperrgebiet betritt: "Es konnte definitiv niemand mehr hineinfahren", so ein Feuerwehrsprecher.

Wassercontainer sichern Umgebung

Eine Bombe in der Ortsmitte, eine in einem Wohngebiet: Wegen ihrer Entschärfung müssen 7.000 Menschen ihre Wohnungen in Belm verlassen.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes damit begonnen, die Räumung des Evakuierungsgebiets vorzubereiten. Dabei wurde etwa das Grundwasser abgesenkt. Zudem wurden Container, gefüllt mit rund 76.000 Litern Wasser, um die Fundstelle an der Feuerwehr aufgestellt. Sie sollten die umliegenden Gebäude und die Einsatzkräfte im Falle einer Explosion schützen.

Evakuierungszentrum in Osnabrück

Bis zu 70 Fahrzeuge von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren am Sonntag insgesamt im Einsatz. Für die Zeit, in der sich die Belmer nicht in ihren Häusern aufhalten durften, stand im benachbarten Osnabrück ein Evakuierungszentrum in der Gesamtschule Schinkel, Windthorststraße 79 - 83, zur Verfügung. Für den Transport wurden Busse eingesetzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 20.03.2016 | 13:00 Uhr