Stand: 02.08.2017 20:43 Uhr

E-Mobilität bewegt - auch am Stammtisch in Meppen

Drei Männer aus dem Emsland pflegen ihre E-Auto-Leidenschaft. Einmal im Monat teilen sie die am Stammtisch.

Die Mobilität ist das Thema des Tages - in der großen Politik ebenso wie im kleinen Emsland. Die einen diskutieren in Berlin über die Zukunft des Diesels, die anderen in Meppen über das Elektroauto zu Hause in der Garage. Im Emsland treffen sich Fahrer von Elektroautos längst regelmäßig zu einem Stammtisch und tauschen sich über ihre Ideen aus.

"Elektroauto fahren macht süchtig"

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Bei Georg Kohne gibt es zu Hause Streit: Wer darf das E-Auto fahren?

Es geht um Leidenschaft beim Emsländer Stammtisch. "Elektroauto fahren macht süchtig", gesteht Georg Kohne aus Lingen, von Beruf Pilot und am Boden Fahrer eines BMW i3. "Wenn man den Motor startet, macht er folgendes Geräusch: Pling. Das war's." Leise, leistungsstark und umweltfreundlich: Zunächst nutzte nur seine Ehefrau das Stromauto als Zweitwagen. Jetzt werde in der Familie darüber gestritten, wer das Auto fahren darf. Kohne hat deshalb ein weiteres E-Auto bestellt. Jeden ersten Sonnabend im Monat trifft er sich mit fünf Gleichgesinnten in einer Meppener Kneipe - mindestens. Die Runde ist offen für alle.

Landkreis plant mehr Ladesäulen

Ein großes Thema in der Runde sei das Tanken des Stroms. "Da ist ein dringender Handlungsbedarf, damit das Elektroauto mehr akzeptiert wird", findet der 60-jährige Kohne. Der Landkreis Emsland ist da offenbar ganz bei der Stammtischrunde und hat angekündigt, das Netz der Ladesäulen auszubauen. Derzeit werden 40 Standorte geprüft. Für den täglichen Weg zur Arbeit tanken die E-Auto-Freunde ihre Wagen aber in der eigenen Garage auf.

"Höchste Zeit, dass die stinkenden Motoren verschwinden"

Michael Rieken aus Geeste fährt mit seinem Wagen jeden Tag nach Meppen, das sind etwa 13 Kilometer. Vor drei Jahren wechselte er von Kraftstoff auf Strom. "Eigentlich ist es höchste Zeit, dass diese knallstinkenden Motoren aus der Mobilität verschwinden", sagt der Informatiker. "Weil sie Lärm emittieren, die wir in den Innenstädten nicht gebrauchen können. Und was viel schlimmer ist: Die ganzen gesundheitsschädlichen Wirkungen, die sonst noch aus dem Fahrzeug rauskommen." Die Stammtischrunde ist bunt gemischt. Sie seien keine Ökos, sagen die Männer, sondern einfach an Technik interessiert. So arbeitet Ansgar Schlüter in Lathen auf der ehemaligen Transrapid-Versuchsanlage. Dort führt er für die Firma INTIS Tests in Sachen E-Mobilität durch.

Emsländer können E-Autos probefahren

Fahren mit dem E-Auto sei wie Fliegen auf Bodenhöhe, so Ingenieur Schlüter. Um dieses Gefühl zu vermitteln, verleiht der Landkreis derzeit E-Autos zum Probefahren. "Die Resonanz ist sehr beeindruckend", erzählt der zuständige Dezernent Michael Steffens. "Wir haben weit über 400 Anmeldungen erhalten." Die Verwaltung lädt jetzt alle Interessierten zu einem Informationsabend am 10. August ins Kreishaus Meppen ein. Auch der Stammtisch wird sich dort vorstellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 02.08.2017 | 17:00 Uhr

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