Stand: 18.01.2016 18:45 Uhr

Burkina Faso: OP-Team überlebt Anschlag

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29 Menschen starben bei dem Anschlag in Ouagadougou.

Nur knapp sind sie einem Terroranschlag entkommen: Fünf Mitglieder eines ehrenamtlichen OP-Teams aus Ostercappeln, Ankum und Melle (Landkreis Osnabrück) sind am Sonntag unversehrt aus Burkina Faso zurückgekehrt. Die Ärzte und Pfleger überlebten das Blutbad mit 29 Toten in der Hauptstadt Ouagadougou am Freitagabend nur durch einen Zufall: Eigentlich wollte er mit seinen Kollegen einen Abschlussabend in dem bei Touristen sehr beliebten Restaurant "Cappucino" verbringen, so Martin Gerdes, Chirurg am Ostercappelner Krankenhaus Sankt Raphel. "Wir hatten gerade die Bestellung aufgegeben, da hörten wir Schüsse", sagt Gerdes. Dass diese von Terroristen kamen, die das "Cappuccino" überfielen und anschließend das Hotel "Splendid" samt 156 Geiseln in ihre Gewalt brachten, war der Gruppe zunächst nicht bewusst. Trotzdem stornierten sie sofort ihre Bestellung und verließen das Viertel. Später erhielt das Team Details über die Anschläge. "Da wurde uns recht schnell klar, dass wir dem Tod von der Schippe gesprungen sind", sagt Gerdes.

Der Chirurg Dr. Martin Gerdes im Interview. © NDR

"Und dann fielen Schüsse"

Dr. Martin Gerdes, Chirurg aus Ostercappeln, entging mit seinen Kollegen nur knapp den terroristischen Anschlägen in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou mit 29 Toten.

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Ehrenamtlich Kranke operiert

Noch wenige Stunden vor dem Angriff hatte das Team ein Abschiedsfoto mit glücklichen Gesichtern aus dem OP gepostet. 43 Operationen hatten die Ärzte und Pfleger in einer Klinik in Ouagadougou durchgeführt. Alle seien gut gelaufen, die Patienten wohlauf, so Gerdes. Schon zum zweiten Mal hatte sich das Team für einige Wochen auf den Weg gemacht, um in Burkina Faso zu helfen. Das Land gehört zu einem der ärmsten auf der Welt, so Gerdes. Hinzu käme, dass die Menschen für jede Spritze und jedes Pflaster selbst zahlen müssten, was viele nicht könnten. Solchen Menschen wolle das Team helfen, sagt Gerdes. Wann und ob sich die Ärzte und Pfleger wieder auf den Weg nach Ouagadougou machen, ist ihnen noch nicht klar. "Dazu sind die Ereignisse noch zu frisch."

Informationen zu Burkina Faso

17 Millionen Menschen leben in Burkina Faso, zwei Millionen davon in der Hauptstadt Ouagadougou. Laut Auswärtigem Amt ist das westafrikanische Land eines der ärmsten der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen lag 2014 bei 717 US-Dollar im Jahr. "Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch", schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite. Aktuell besteht wegen einem gestiegenen Entführungsrisiko für Ausländer und einer nicht auszuschließenden Anschlagsgefahr insbesondere im Norden und Westen Burkina Fasos eine Teilreisewarnung für das Land.

Dieses Thema im Programm:

Regional Osnabrück | 18.01.2016 | 09:30 Uhr