Stand: 01.02.2016 20:04 Uhr

Atomkraftgegner blockieren Brennelementefabrik

Mit einer Sitzblockade haben rund 20 Atomkraftgegner am Montagvormittag für mehrere Stunden die Zufahrt zur Brennelementefabrik in Lingen (Landkreis Emsland) blockiert. Sie spannten Transparente über die Straße und verteilten gelbe Wasserbälle auf der Fahrbahn. "Die Bälle sollten verdeutlichen, wie sich radioaktive Strahlung verteilt, überall und unkontrollierbar", so der Sprecher der Demonstranten, Jens Koy. Nach Angaben der Polizei sind die Proteste insgesamt friedlich verlaufen. Die Lingener Fabrik beliefert Kernkraftwerke in ganz Europa mit frischen Brennstäben und ist vom deutschen Atomausstieg ausgenommen. Mehrere Bürgerinitiativen fordern bereits seit einiger Zeit ihre Stilllegung.

Fabrik beliefert "Hochrisikoatomkraftwerke"

"Wer den Atomausstieg will, muss auch die Brennelement-Exporte einstellen", so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis "Münsterland gegen Atomanlagen". Auch die "Hochrisiko-Atomkraftwerke" Fessenheim und Cattenom in Frankreich sowie Doel in Belgien erhielten Brennelemente aus Lingen. Die rund 35 Jahre alte Brennelementefabrik wird von der Tochterfirma eines französischen Atomkonzerns betrieben. Bereits am Sonntag hatten rund 100 Umweltschützer bei einer Demonstration in Lingen die Schließung der Fabrik und des nahegelegenen Atomkraftwerks Emsland gefordert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.02.2016 | 14:00 Uhr