Stand: 25.01.2016 15:20 Uhr

Soziale Netzwerke befördern Falschmeldungen

Vergewaltigungen, Diebstähle und andere Verbrechen - fast täglich gibt es in den sozialen Netzwerken Meldungen über angebliche Straftaten, verursacht von Flüchtlingen. Unbekannte hatten erst am Wochenende gemeldet, die Stadt Wilhelmshaven zahle Flüchtlingen den Einkauf - und hatten damit viel Kritik an der Stadtverwaltung ausgelöst. An der Meldung sei nichts dran, stellten Polizei und Stadt nun klar. Es handele sich um eine von vielen negativen Falschmeldungen über Flüchtlinge, die im Internet kursierten.

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Meldungen hinterfragen

Die Polizei hat beobachtet, dass vor allem in rechten Foren oder Gruppen viele dieser Falschmeldungen regelrecht inszeniert werden. Aber auch ganz "normale" Bürger tragen durch stille Post dazu bei. Sie schnappen irgendwo etwas auf, interpretierten es falsch und gäben es falsch wieder. Als Beispiele wurden ein vermeintlicher sexueller Übergriff im Oldenburger Huntebad oder die angebliche Zwangs-Unterbringung von Flüchtlingen in Privathäusern in Winsen genannt. Die Polizei rät, nicht jede Meldung für bare Münze zu nehmen, sondern zu hinterfragen.

Flüchtlinge trauen sich nicht mehr vor die Tür

Am Wochenende hat eine angebliche Vergewaltigung eines Mädchens in Berlin - übrigens eine Falschmeldung in russischen Medien - in Bremerhaven 120 Demonstranten auf die Straße gebracht. Zeitgleich demonstrierten 250 Menschen gegen Rassismus. Die Folge: Beide Demonstrationen gerieten aneinander. Auch dürfte die Zunahme der Zahl von Bürgerwehren im Zusammenhang mit solchen Falschmeldungen stehen. Im Falle Wilhelmshaven tragen solche Falschmeldungen nach Angaben des Sozialamtschefs aber auch dazu bei, dass die Flüchtlinge sich immer weniger vor die Tür trauen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 25.01.2016 | 15:30 Uhr