Stand: 18.08.2017 18:59 Uhr

Windpark-Bau boomt: Enercon im Dauerstress

Niedersachsen ist das Windenergieland Nummer eins. Hier ist auch der bundesweite Marktführer für Komponenten von Windrädern angesiedelt: Das Unternehmen Enercon hat seine Verwaltung und sein größtes Produktionswerk in Aurich. Doch im Moment wissen die Beschäftigten dort vor lauter Aufträgen gar nicht, wo sie anfangen sollen. Es liegen so viele Bestellungen vor, dass der Konzern Lieferengpässe hat. Es sei aktuell ein erheblicher Druck da, sagt Enercon-Sprecher Felix Rehwald. So müssten einige geplante Projekte von Herbst dieses Jahres auf das erste Quartal 2018 verschoben werden.

Immer weniger Geld für Windstrom

Der Grund für die Auftragsschwemme: Die Höhe des Betrags, mit dem der Windstrom vergütet wird, sinkt vierteljährlich um 0,4 Prozent. Jeder wolle daher möglichst bald seine Anlagen bauen, um sich noch die besseren Konditionen zu sichern, erklärt Rehwald. Dass man bei Enercon einfach zu viele Aufträge angenommen hat und deshalb jetzt nicht mehr nachkommt, das weist Rehwald zurück. Bundesweit hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 677 Anlagen gebaut. In diesem Jahr werden es etwa genauso viele sein.

Branchenverband: "Jeder Monat ist jetzt wichtig"

Die gesamte Branche spürt den Druck, zum Beispiel auch die Firmen, die Kräne für den Aufbau der Windräder bereitstellen. Vom Landesverband Niedersachsen des Bundesverbands Erneuerbare Energien heißt es, jeder Monat sei jetzt wichtig. Unter anderem im Landkreis Stade, im Raum Braunschweig und im Emsland gibt es geplante Windparks, die nun jedoch zeitverzögert gebaut werden. Im emsländischen Freren müssen die Betreiber zum Beispiel rund drei Monate länger auf ihre Anlage warten und werden diese erst im nächsten Jahr in Betrieb nehmen.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 Uhr | 18.08.2017 | 18:00 Uhr

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