Stand: 15.08.2017 16:36 Uhr

Unfall an Bahnübergang: Schranke in Rieste geplant

Nach dem tödlichen Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang in Rieste (Landkreis Osnabrück) soll die Stelle nun gesichert werden. Darauf haben sich die Gemeinde und die Deutsche Bahn am Montag verständigt. Etwa 500.000 Euro sollen in eine Schranke investiert werden, obwohl auf dem Wirtschaftsweg nur wenig Verkehr herrscht und die Regionalstrecke der Bahn wenig befahren ist. Unaufmerksamkeit, auch da wo gefühlt fast nie ein Zug kommt, sei Hauptursache der Unfälle an Bahnübergängen, heißt es von der DB. Die Stelle hat bislang keinerlei Sicherung. Am Sonntag war hier ein 76-Jähriger gestorben, als er mit seinem Auto von einem Zug erfasst wurde. Insgesamt kam es an dem Tag zu drei Unfällen an verschiedenen Bahnübergängen. Zwei Menschen kamen ums Leben, am Dienstag starb zudem einer der Schwerverletzten.

Bahnübergang.

Zwei Tote bei drei Unfällen an Bahnübergängen

Hallo Niedersachsen -

Bei drei Unfällen mit Zügen im Landkreis Osnabrück sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein Autofahrer starb an einem Bahnübergang bei Rieste, ein Rollerfahrer bei Dissen.

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Tödlicher Unfall bereits im Jahr 2013

Zunächst war es zu dem Unfall in Rieste gekommen. Der Pkw des Seniors war am Nachmittag mit einem Zug der Nordwestbahn an einem unbeschrankten Übergang zusammengestoßen. Der 76-jährige Fahrer kam ums Leben, seine 74 Jahre alte Frau wurde von einem Rettungshubschrauber mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Der Lokführer und ein Fahrgast wurden leicht verletzt. Durch die Wucht des Aufpralls sei der Wagen auf eine Wiese neben den Bahnschienen geschleudert worden, so die Beamten. Weshalb das Auto von dem Zug erfasst wurde, ist noch unklar. Bereits vor vier Jahren war am selben Bahnübergang schon einmal ein Zug mit einem Pkw kollidiert. Damals waren der 90-jährige Fahrer und seine 83 und 90 Jahre alten Begleiterinnen ums Leben gekommen.

Rollerfahrer stirbt nach Kollision

Wenige Stunden später kam es im Landkreis erneut zu einem Unfall an einem Bahnübergang. Bei Dissen, gut 60 Kilometer nördlich von Rieste, starb ein 43 Jahre alter Rollerfahrer, nachdem er von einem Zug der Nordwestbahn erfasst wurde. Der Mann sei auf die Gleise geraten, obwohl die Schranken geschlossen waren, hieß es von der Polizei. Die genauen Hintergründe sind noch unklar.

Motorradfahrer durchbricht Schranke

Ebenfalls am Sonntagabend ist nach Polizeiangaben im nördlicher gelegenen Badbergen ein Motorrad mit einem Zug zusammengestoßen. Der 55 Jahre alte Fahrer wurde dabei schwer verletzt. Am Dienstag starb er. Laut den Beamten hatte der Mann die Bahnschranken durchbrochen. Die genaue Ursache ist noch unklar. Geprüft werde nun, ob der Motorradfahrer von der Sonne geblendet wurde.

Forscher entwickeln Warnsystem

Fast die Hälfte der rund 18.000 Bahnübergänge in Deutschland ist unbeschrankt. Weil bei Unfällen an unbeschrankten Bahnübergängen meist Unachtsamkeit der Autofahrer vermutet wird, haben Braunschweiger Forscher im vergangenen Jahr ein neues Warnsystem für Bahnübergänge entwickelt: Zwei kleine graue Kästen, die wie eine Ampel links und rechts des Bahnübergangs stehen. Nähert sich ein Auto dem Bahnübergang, springt ein blinkendes LED-Blitzlicht auf beiden Seiten an. Der Autofahrer, so die Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, bremst automatisch und hält an. Erste Tests seien erfolgreich verlaufen. Die Kosten: zwischen 10.000 bis 20.000 Euro. Zum Vergleich: Eine Ampelanlage, die bei herannahenden Zügen auf rot springt, kostet etwa eine halbe Million Euro.

Weitere Informationen
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Drei Unfälle an Bahnübergängen

Im Landkreis Osnabrück haben sich am Sonntag innerhalb weniger Stunden insgesamt drei Unfälle an Bahnübergängen ereignet. Zwei Fahrer starben, zwei Menschen wurden schwer verletzt. Video (00:37 min)

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 14.08.2017 | 19:30 Uhr

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