Stand: 03.02.2016 19:34 Uhr

Toter Wal geborgen - und wer bezahlt?

Der tote Pottwal, der in der vergangenen Woche vor Cuxhaven angespült wurde, ist am Mittwoch abtransportiert worden. Der 18 Tonnen schwere Kadaver wurde auf einem Lkw zu einer Tierkörperbeseitigungsanlage im Landkreis Rotenburg (Wümme) gebracht. Am Dienstag war der Wal zügig geborgen worden, wie Cuxhavens Oberbürgermeister Ulrich Getsch (parteilos) sagte. Zunächst hatten kleinere Boote das tote Tier ins Elbfahrwasser gezogen. Dort nahm ein Kreuzer der Seenotrettung es an den Haken und schleppte es in den Amerikahafen.

Die letzte Reise des Pottwals von Cuxhaven

Stadt Cuxhaven zahlt Bergung - vorerst

Damit der verendete Wal so schnell wie möglich aus dem flachen Meer verschwinden konnte, hat die Stadt erst einmal die Bergung gezahlt. Getsch will sich die Summe aber vom Land Niedersachsen erstatten lassen. Allein die Gebühren für die Tierkörperbeseitigungsanlage und den Mobilkran, der den Kadaver aus dem Hafenbecken gehievt hat, summieren sich auf mehr als 5.000 Euro. Der Einsatz der städtischen Feuerwehr, der Freiwilligen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und des Rettungskreuzers kommen noch dazu.

Sturm spült Wal von der Sandbank

Eigentlich sollte der Pottwal auf der Sandbank Eversand in der Wesermündung verrotten, wo er zwei Wochen lang gelegen hatte. Doch am vergangenen Donnerstag hatte das Hochwasser ihn an den Strand gespült. Am Freitag hatte die Feuerwehr den Kadaver zunächst um einige Meter versetzt und mit einem schweren Erdanker zwischen Duhnen und Sahlenburg, etwa einen Kilometer vor der Küste, gesichert. So sollte verhindert werden, dass das Tier über den Kugelbake-Leitdamm ins Elbfahrwasser treibt und die Schifffahrt gefährdet. Die vorherige Stelle war offenbar so schlickig, dass man befürchten musste, dass der Wal im Watt versinkt.

Zwölf Wale verenden in der Nordsee

Mitte Januar waren in der Nordsee innerhalb einer Woche insgesamt zwölf Pottwale vor den Küsten Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und der Niederlande verendet. Und in Schleswig-Holstein geht das tragische Schauspiel weiter: Insgesamt zehn weitere tote Wale wurden dort entdeckt. Es ist das größte je vor Schleswig-Holstein registrierte Pottwal-Sterben.

Weitere Informationen
01:35 min

"Ich habe entschieden, wir machen das jetzt"

Cuxhavens Oberbürgermeister Ulrich Getsch (parteilos) wollte nicht auf die Klärung der Zuständigkeit warten und hat die Entsorgung des Pottwals selbst in die Hand genommen. Video (01:35 min)

02:18 min

"Innerlich ist er bereits stark verwest"

Der Wal, der in Cuxhaven angespült wurde, sieht äußerlich beinahe unverletzt aus. Doch sein enormer Gewichtsverlust zeugt vom Verwesungsprozess, so Wal-Experte Gregor Scheiffarth. Video (02:18 min)

mit Video

Pottwale von Wangerooge sind wohl verhungert

Die Entsorgung der Walkadaver schreitet voran: Ein Präparator hat beim zweiten Pottwal von Wangerooge ein Nylonnetz im Magen entdeckt. Das könnte die Verdauung verhindert haben. (19.01.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 03.02.2016 | 19:30 Uhr