Stand: 09.01.2016 15:54 Uhr

Familie von Lars Wunder gibt nicht auf

von Andreas Barnickel

Rund 30 Freiwillige von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) haben am Sonnabend im Leeraner Hafen nach dem vermissten Lars Wunder gesucht. Im Einsatz waren vier offene Boote und der ehemalige Fischkutter "Heike". Vom Anleger an der historischen Waage in der Altstadt schwärmten die Boote im Hafen aus. An Bord waren jeweils zwei bis drei Helfer, dick angezogen und in Schwimmwesten. "Besonderes Augenmerk legen wir bei der Suche auf die Uferkanten", sagte Eduard Naatjes vom THW in Leer. Meter für Meter kontrollierten die Helfer unter anderem die Uferpromenade, die auf Holzbohlen entlang des Hafens führt. Ein Leichnam wäre von der Landseite aus nicht zu sehen.

Suche per Schlauchboot auf der Ems

Schwiegervater hat eine Theorie

Auch diese erneute Suche hat allerdings kein Ergebnis gebracht. Organisiert wurde die Aktion vom Schwiegervater des Vermissten, Herbert Mühlena. Dessen Vermutung: Möglicherweise hat sich Lars Wunder nach der Feuerwehr-Weihnachtsfeier am Tag vor Nikolaus in Critzum im Rheiderland mit dem Auto nach Leer fahren lassen. Dort, in der Nähe des Hafens, war Wunders Ehefrau in der Nacht zum Nikolaustag auf einer Weihnachtsfeier.

Das normale Leben muss weitergehen

"Wenn man ihn überhaupt finden würde, wäre das schon eine Erleichterung", so Mühlena. Denn die Hoffnung, seinen Schwiegersohn lebend zu finden, schwindet von Tag zu Tag. Immer noch ist der 31-Jährige tagtäglich Thema in der Familie. "Jeden Morgen und jeden Abend spreche ich mit meiner Frau darüber", sagt der Schwiegervater. Alle versuchten derweil, das normale Leben aufrechtzuhalten: "Wir müssen an die Familien und an die Enkelkinder denken."

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