Stand: 06.08.2015 15:21 Uhr

Siemens will 1.000 Jobs an der Küste schaffen

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Eine neue Fabrik am Hafen: In Cuxhaven will Siemens in zwei Jahren auf 170.000 Quadratmetern Maschinenhäuser für Offshore-Anlagen bauen.

Der Elektrokonzern Siemens plant einen neuen Produktionsstandort für Offshore-Turbinen in Cuxhaven mit bis zu 1.000 neuen Arbeitsplätzen. Das teilte das Unternehmen heute mit. 200 Millionen Euro wollen die Münchener eigenen Angaben zufolge in ihre erste Wind-Offshore-Fabrik in Deutschland investieren. Konkret sollen in Cuxhaven, direkt am Hafen, Maschinenhäuser für Windturbinen gefertigt werden, die vor der Küste installiert werden. "Die Entscheidung, eine neue Fertigung in Cuxhaven zu bauen, ist ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland", so Siemens-Chef Joe Kaeser heute. Erste Bauarbeiten für den Standort sollen im Herbst beginnen. Die Produktion von getriebelosen Windkraftgeneratoren der neuen Generation könne ab 2017 beginnen.

Lies: "Ein großartiger Tag für das Land"

Siemens erhielt im Juli den Zuschlag für die Lieferung von 67 Windkraftanlagen mit je sechs Megawatt Leistung. Dass sich der Konzern für den Standort Cuxhaven entschieden hat, sorgt bei Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) für große Freude. "Das ist ein großartiger Tag für das Land, die Region und vor allem auch für die Stadt Cuxhaven", sagte er. Für den Minister sei die Neuansiedlung nicht nur die größte im Land seit Jahren, sondern auch die Grundlage für weitere Ansiedlungen der Zulieferindustrie im Norden. So könnten weitere 600 bis 700 Arbeitsplätze in der Region entstehen. Lies weiter: "Die vorhandene Infrastruktur der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts und die erschlossenen Gewerbeflächen der Stadt Cuxhaven bieten optimale Rahmenbedingungen für den Konzern."

Land investiert Millionen bis zur Ansiedlung

Cuxhaven habe sich gegen starke europäische Konkurrenz durchgesetzt. Mitbewerber bei der Standort-Suche sollen auch Häfen in Großbritannien gewesen sein. Jahrelange Investition in die Hafenanlage hätten sich nun ausgezahlt, so Lies. Die Vorarbeiten am Hafen, unter anderem für Strabag - ein Unternehmen, das sich zuvor ansiedeln wollte - haben über mehrere Jahre bereits 160 Millionen Euro gekostet. Die Baumaßnahmen, die jetzt vor der Ansiedlung von Siemens noch anstehen, liegen "im guten zweistelligen Millionenbereich", sagte Lies.

Keine Krokodilstränen in Bremen

Für positive Stimmung sorgte die Zusage auch bei Cuxhavens Oberbürgermeister Ulrich Getsch (parteilos): "Ein grandioser Erfolg und eine weitreichende Perspektive für den Standort Cuxhaven." Ein anderer Mitbewerber war auch Bremerhaven. Dass die Neuansiedlung nun nicht dort stattfindet, hört man in Bremen nicht gern. Cuxhaven sei nur die "zweitbeste Entscheidung", sagte Holger Bruns, Sprecher des Wirtschaftssenators. "Aber wir weinen jetzt keine Krokodilstränen." Durch die Entscheidung in dem rund 30 Kilometer entfernten Cuxhaven werde die Branche in der Region gestärkt, das könne auch Bremerhaven zugutekommen, so Bruns.

Lob von der Gewerkschaft

"Das ist eine tolle Nachricht für die Region", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der Gewerkschaft IG Metall Bezirksleiter Küste. Das Unternehmen halte damit Wort, in Deutschland in die Windkraftindustrie zu investieren. Diese Stärkung der Offshore-Industrie sei ein wichtiges Signal für die Umsetzung der Energiewende und "ein klares Zeichen dafür, dass wir es hier mit einer Zukunftsbranche zu tun haben".

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05.08.2015 19:30 Uhr
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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.08.2015 | 12:00 Uhr