Stand: 31.03.2017 08:02 Uhr

Setzt Bünting Mitarbeiter unter Druck?

Nach der Ankündigung der Unternehmensgruppe Bünting aus Leer, dass Mitarbeiter freiwillig mehr arbeiten und zum Teil mit Gutscheinen entlohnt werden sollen, hat die Gewerkschaft ver.di eine dauerhafte Verschlechterung der Arbeitsbedingungen kritisiert. Die Kürzungen seien nicht zeitlich begrenzt. Es solle offenbar dauerhaft zu Lasten der Beschäftigten gespart werden, so ver.di. Die Gewerkschaft bezweifelt zudem, dass die Angestellten wirklich freiwillig auf Lohn verzichten. Zahlreiche Mitarbeiter hätten sich schon beschwert, dass Bünting Druck aufbaue. Sie hätten Angst, dass ihnen die Kündigung droht, wenn sie nicht einwilligen, sagte ver.di-Sprecher David Matrai.

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Unternehmen weist Vorwürfe zurück

Matrai forderte Bünting auf, den Druck auf die Mitarbeiter sofort zu beenden. "Wer im Falle einer Ablehnung der Maßnahmen mit Kündigung droht, schürt ein Klima der Verunsicherung und Angst." Matrai rät den Mitarbeitern, ihre Arbeitsverträge genau zu überprüfen. Dann müsse jeder einzelne entscheiden, ob er bereit sei, mit seinem persönlichen Verzicht für die Zukunft des Unternehmens einzutreten. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück. Man befinde sich in individuellen Gesprächen mit den Mitarbeitern, so eine Sprecherin der Unternehmensgruppe. Eine Solidarität sei freiwillig und werde weder jetzt noch in Zukunft erzwungen.

Einkaufsgutscheine statt Lohn

Nach zuletzt zwei Jahren mit Verlusten will sich die Unternehmensgruppe Bünting aus Leer sanieren und geht dabei einen nicht unumstrittenen Weg. 70 Mitarbeiter der Verwaltung müssen gehen; 5.700 der mehr als 14.000 Mitarbeiter sollen unbezahlt eine Stunde mehr in der Woche arbeiten. Darüber hinaus sollen künftig bis zu fünf Prozent des Lohnes in Einkaufsgutscheinen bezahlt werden. So will Firmenchef Markus Buntz den Tee-Konzern, der auch die Supermärkte Famila, Combi, Markant und Jibbi betreibt, wieder wettbewerbsfähig machen. Bünting will sich in Zukunft zudem mit einem neuem Konzept auf den Lebensmittel-Einzelhandel und Großhandel konzentrieren und viele der mehr als 200 Märkte umbauen. Die Technik-Geschäfte der Telepoint-Gruppe hat Bünting inzwischen verkauft.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.03.2017 | 08:00 Uhr

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