Stand: 10.02.2016 13:31 Uhr

Seenotkreuzer "Minden" hilft bei Flüchtlingssuche

Vor der Insel Lesbos ertrinken immer wieder Flüchtlinge. Jetzt wurden die deutschen Seenotretter von ihren griechischen Kollegen um Hilfe gebeten. Ab Anfang März helfen sie mit einem eigenen Schiff bei der Rettung von Flüchtlingen in der Ägäis. Dazu hat ein Schwergutfrachter die "Minden" am Mittwoch in Bremerhaven an Bord genommen. Von dort soll das Schiff nach Griechenland gebracht werden. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) soll die "Minden" dann bei der Insel Lesbos stationiert werden. Freiwillige Einsatzkräfte der DGzRS sowie Rettungsschwimmer der DLRG werden an Bord sein.

Zum Selbstkostenpreis nach Griechenland

Der Seenotkreuzer war 2014 außer Dienst gestellt worden. Nun stellt der neue Besitzer das Schiff für den mehrmonatigen Hilfseinsatz kostenlos zur Verfügung. Zudem transportiert der Reeder des Frachtschiffes den Kreuzer zum Selbstkostenpreis nach Griechenland. Eine eigene Fahrt des Kreuzers in das Einsatzgebiet wäre teurer und würde länger dauern, sagte der DGzRS-Sprecher. Der Einsatz der deutschen Seenotretter werde über gesonderte Spenden finanziert und von der griechischen Seenotleitung koordiniert.

Seenotretter wollen Griechen langfristig unterstützen

Im Sommer soll die "Minden" dann von zwei kleineren gespendeten Booten ersetzt werden, die zurzeit auf einer Werft gebaut werden. Sie sollen den griechischen Seenotrettern langfristig für den eigenen Einsatz zur Verfügung gestellt werden. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration starben seit Januar mehr als 370 Flüchtlinge beim Versuch, mit dem Boot von der Türkei aus Griechenland zu erreichen.

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