Stand: 05.03.2016 19:39 Uhr

Schweinswal "Lene" hat es nicht geschafft

Die intensive Pflege konnte sie nicht retten: Am Freitagvormittag musste "Lene" eingeschläfert werden.

"Lene" ist gestorben: Das kleine Schweinswalweibchen, das am vergangenen Sonntag im Watt vor Hooksiel entdeckt worden war und danach von der Auffangstation im niederländischen Harderwijk gepflegt wurde, musste Freitagvormittag eingeschläfert werden. "Es war ein sehr trauriger Tag für uns", sagte Tierpflegerin Annemarie van den Berg NDR.de am Sonnabend. "Doch wir hatten keine Hoffnung mehr." "Lenes" ohnehin schlimmer Zustand habe sich Donnerstagnacht nochmals verschlechtert - das unterernährte Tier hatte zu erbrechen begonnen. Bei ihrer Einschläferung wog "Lene" nur noch etwas mehr als 20 Kilo.

"Lene" war mutmaßlich schon vor Strandung krank

Doch es sei mutmaßlich nicht allein das starke Untergewicht, das zu "Lenes" Tod geführt habe, so van den Berg. Höchstwahrscheinlich sei der Schweinswal schon zuvor krank gewesen, was dazu führte, dass "Lene" überhaupt erst strandete. Nach Schätzung der Tierpflegerin lag das Schweinswalweibchen etwa 24 Stunden im Watt, bevor es von Spaziergängern entdeckt und mit einem Spezialtransporter zur Walrettungsstation SOS Dolfijn in Harderwijk gebracht wurde. Als "Lene" dort ankam, sei sie bereits auf 22 Kilo abgemagert gewesen, an der Schwanzflosse klafften mehrere Wunden. "Sie hatte außerdem Blut im Stuhlgang, das könnte auf einen Infekt im Magen oder Darm hindeuten", sagte van den Berg. Zusätzlich litt sie womöglich an einer Lungenentzündung.

24-Stunden-Pflege konnte Wal nicht retten

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Besonders bedrückend sei "Lenes" Tod auch angesichts der intensiven Bemühungen um das Tier. "Sechs Tage lang haben wir uns jede Minute um sie gekümmert", so van den Berg. Da die Muskeln des Schweinswalweibchens - mutmaßlich wegen der Strandung - übersäuert waren und es nicht mehr aus eigener Kraft schwimmen konnte, wurde es Tag und Nacht von Ehrenamtlichen und Angestellten der Organisation SOS Dolfijn durch das Reha-Becken in Harderwijk gezogen. Zusätzlich gab es alle zwei Stunden Fisch und Wasser - mit einem Trichter und Schlauch direkt in den Magen. "Trotzdem verlor sie fast jeden Tag an Gewicht", erklärte die Tierpflegerin. "Ganz direkt gesagt: Es ging jeden Tag abwärts."

Untersuchungsergebnisse in einigen Wochen

Noch am Freitag wurde der Kadaver des Schweinswalweibchens mit einem Transporter nach Rotterdam gebracht, wo er von Pathologen untersucht wird. "Wir hoffen wirklich sehr, dass festgestellt werden kann, warum 'Lene' strandete und sterben musste", so van den Berg. Mit Ergebnissen rechne sie aber erst in einigen Wochen. Danach werde entschieden, was mit dem Körper des Tieres passiert.

Dass ein Schweinswal strandet, ist keine Seltenheit: Mehrere Hundert Tiere werden pro Jahr an den Küsten der Nordsee angeschwemmt. Gerade mal acht bis zehn von ihnen sind in einem Zustand, der eine Rettung möglich macht.

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