Stand: 23.09.2014 16:15 Uhr

"Quantum" erreicht Nordsee ohne Probleme

Später als erwartet, aber erfolgreich ist die Emsüberführung der "Quantum of the Seas" am Dienstagmittag abgeschlossen worden. Mit dem Ems-Sperrwerk bei Gandersum passierte das riesige Kreuzfahrtschiff das letzte Nadelöhr auf dem Weg von Papenburg in die Nordsee. Das Schiff habe die Fahrt problemlos gemeistert, sagte der Sprecher der Meyer Werft, Peter Hackmann. Voraussichtlich am Wochenende geht es dann weiter nach Bremerhaven.

Werft: "Quantum" hat nicht den Grund berührt

Nach einigen wetterbedingten Verzögerungen beim Start hatte sich der neue Luxusliner am Montagnachmittag auf die Ems-Reise gemacht. Berichte, nach denen eine Grundberührung die Weiterfahrt der "Quantum" zeitweise verzögert haben soll, wies die Meyer Werft zurück. Das Schiff hatte das Sperrwerk zwölf Stunden später als von der Werft erwartet passiert. Werft-Sprecher Günther Kolbe teilte NDR.de am Dienstagmorgen auf Nachfrage mit, es gelte die Devise "Safety first". Die Lotsen hätten schlicht besonders vorsichtig agiert.

Tausende Fans begleiten Emspassage

Gegen 16.20 Uhr hatte die "Quantum of the Seas" am Montag die Dockschleuse der Meyer Werft passiert. Diese ist nur wenig breiter als das Schiff selbst. Gegen 21.30 Uhr wurde die "Quantum" an der Friesenbrücke bei Weener vorbei geschleppt. Die Brücke musste dafür teilweise abmontiert werden. Mit der Jann-Berghaus-Brücke bei Leer meisterte die Crew gegen 1 Uhr in der Nacht die dritte knifflige Stelle. Mehrere Tausend Schaulustige beobachteten den Kreuzfahrtriesen bei seiner geruhsamen Fahrt vom Deich aus. Mit Stühlen, Decken, Proviant und Kameras ausgestattet harrten die sogenannten Shipspotter bis tief in die Nacht aus. Beim Passieren der Jann-Berghaus-Brücke jubelten sie und sangen mit zu "Time To Say Goodbye", das von der beleuchteten "Quantum" durch die Nacht hallte.

"Quantum" bricht Rekorde

Die "Quantum of the Seas" der amerikanischen Reederei Royal Caribbean International ist mit 167.800 Bruttoraumzahl (BRZ) das größte Passagierschiff, das bisher in Deutschland gebaut wurde. Auf dem 347,75 Meter langen und 41,4 Meter breiten Ozeanriesen mit seinen 18 Decks ist Platz für 4.188 Passagiere. An Bord gibt es einen Fallschirmsprung-Simulator, den bisher größten überdachten Sport- und Unterhaltungskomplex auf See mit Autoscooter und Roller-Skating und die derzeit größten Passagierkabinen auf Kreuzfahrtschiffen.

In der Glaskapsel über dem Meer

Neben der Größe soll die "Quantum" auch durch mehrere neue Attraktionen für Aufsehen sorgen. Dazu gehört ein Greifarm mit einer Glaskapsel in Juwelenform, in der Passagiere 90 Meter über dem Meeresspiegel schweben und in die Ferne blicken können. Besonders herausfordernd war für die Meyer Werft laut Sprecher Peter Hackmann zudem der Bau eines mehrstöckigen gläsernen Raumes im Heck des Schiffes, der in Anlehnung an den Panoramablick Two70 (270 Grad) heißen soll. Heimathafen der "Quantum" wird zunächst New York sein - von dort aus bietet Royal Caribbean Kreuzfahrten in die Karibik, zu den Bahamas und den Bermudas an. Vom nächsten Frühjahr an wird die "Quantum" dann nach China verlegt.

"Quantum"-Schwestern schon im Bau

Während die Jungfernfahrt der "Quantum of the Seas" für November geplant ist, entstehen in der Meyer Werft bereits ihre beiden Schwesterschiffe. Die "Anthem of the Seas" soll im Frühjahr 2015 fertig sein und an die Reederei ausgeliefert werden. In der vergangenen Woche begann außerdem der Bau des dritten Schiffs der "Quantum"-Klasse, der "Ovation of the Seas" mit dem Brennstart der ersten Stahlplatte. Das Schiff soll bis Herbst 2016 in Papenburg fertiggestellt werden. Die beiden Ozeanriesen sollen ebenfalls jeweils 18 Decks und rund 2.000 Gästekabinen umfassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 23.09.2014 | 15:30 Uhr