Stand: 19.04.2017 19:00 Uhr

Papenburger Gemeinde bekommt Walcker-Orgel

Die Kirchengemeinde St. Antonius in Papenburg hat Großes vor: Läuft alles nach Plan, soll in dem katholischen Gotteshaus demnächst eine neue Orgel erklingen - und zwar eine 90 Jahre alte Walcker-Orgel, ein historisches Stück aus Gelsenkirchen. Dafür muss die Kirchengemeinde tief in die Tasche greifen. Die Kosten werden auf eine Million Euro geschätzt. Diese Summe sei ein Schnäppchen, sagte Franz-Bernd Lanvermeyer, Pfarrer der Papenburger St.-Antonius-Gemeinde. Dem Transfer nach Niedersachsen muss der Gelsenkirchener Rat am 18. Mai noch zustimmen - das aber gilt als sicher.

Eine Walcker Orgel steht in einem Raum. © Stadt Gelsenkirchen

7.500 Pfeifen für Papenburg

Ein Euro für eine Kirchenorgel klingt günstig? Ist es auch, selbst wenn die Folgekosten bei einer Million Euro liegen. Die Gemeinde St. Antonius (Emsland) bekommt eine besondere Orgel.

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Die größte erhaltene Konzert-Orgel Deutschlands

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Ein Schnäppchen sei die Orgel, findet der Papenburger Pfarrer Franz-Bernd Lanvermeyer.

Seit mehr als 40 Jahren behelfe sich die Papenburger Kirche mit einem Provisorium, "einem viel zu kleinen", sagte der Geistliche. Das historische Instrument aus Gelsenkirchen kostet die Kirchengemeinde eine halbe Million Euro weniger, als wenn sie sich ein neues zulegen würde, so Lanvermeyer. Nach einer Restaurierung und technischen Modernisierung vor zehn Jahren war ein Wiederaufbau der Orgel, die als größte erhaltene Konzert-Orgel Deutschlands gilt, in Gelsenkirchen räumlich nicht mehr möglich.

Pfarrkirche als passender Raum

"Wir fühlen uns dem Instrument verpflichtet und haben gleichzeitig eine Verantwortung vor ihm und vor den Menschen, die viel Kreativität und Arbeit in den Bau und die Restaurierung der Orgel gesteckt haben", sagte Volker Bandelow, Leiter des Kulturreferats in Gelsenkirchen. Mit der Papenburger Pfarrkirche sei ein passender Raum gefunden worden, "vielleicht sogar mit besserem Klang als dies zuletzt im alten Hans-Sachs-Haus der Fall war und gleichzeitig in erreichbarer Nähe für Gelsenkirchener Orgelliebhaber".

Orgel für einen symbolischen Euro

Ist die Orgel umgezogen nach Papenburg, soll sie Teil der "europäischen Orgelstraße" von Schwerin über Bremen, Verden und Emden bis in die Niederlande werden. Die Stadt Gelsenkirchen verkauft nach eigenen Angaben die Walcker-Orgel zu einem symbolischen Preis von einem Euro an die Pfarrei St. Antonius. Die Kosten für Umbau, Einbau und Intonation in Höhe von einer Million Euro zahle die Papenburger Kirchengemeinde, hieß es. Sie bekomme aber Unterstützung vom Bistum Osnabrück, dem Bund und setzt auf Sponsoren. Um bilanziellen Schaden für die Stadt Gelsenkirchen zu vermeiden, wurde vertraglich vorgesehen, dass die Orgel so lange im Eigentum der Stadt bleibt, bis sie zum 1. Januar 2056 abgeschrieben sein wird. Die Kirchengemeinde Papenburg wird im Gegenzug bereits ab Besitzübergabe die Nutzungsrechte erhalten sowie sämtliche Rechte und Pflichten sowie eventuell entstehende Folgekosten tragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.04.2017 | 16:00 Uhr

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