Stand: 11.05.2017 08:22 Uhr

Offshore-Windpark ohne Zuschüsse: Zukunftsmusik?

"Das ist der Durchbruch", sagt Andreas Wellbrock, Geschäftsführer des Unternehmensnetzwerks für Windenergie WAB. Der Durchbruch, das sind für ihn Offshore-Windparks, die ohne Subventionen auskommen. "Dahin muss der Weg gehen - für alle erneuerbaren Energien", so Wellbrock bei der "Windforce", einem Branchentreffen in Bremerhaven, organisiert von der WAB. Knapp 400 Experten tauschen sich dort in diesen Tagen aus.

Wellbrock: Zuschussfrei schon in einigen Jahren

Bei der ersten Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Offshore-Windparks waren drei Projekte unter den Gewinnern, die keine Zuschüsse durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mehr beanspruchen wollen. Wie das möglich ist? Laut Wellbrock reduzieren sich die Kosten durch immer größere Turbinen und neue Technologien. Dass Offshore-Windparks schon in einigen Jahren auf Zuschüsse verzichten könnten, bezeichnet er als "Quantensprung". Auch nach Einschätzung von Jörg Kuhbier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Offshore-Windenergie, haben die Windparks auf See das Zeug dazu, "schon in naher Zukunft der Kern einer preiswerten Energiewende zu werden".

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"Windforce": Branche jubelt, Bremen verliert

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Ökonomin: Faire Bedingungen schaffen

Nicht alle Teilnehmer der "Windforce" sind gleichermaßen optimistisch. Energieökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hält es für äußerst fraglich, ob Subventionen tatsächlich bereits in einigen Jahren überflüssig werden. "Bei der ersten Ausschreibungsrunde ist eher strategisches Biet-Verhalten als eine rein auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtete Kalkulation zu beobachten", erklärt sie. Langfristig aber würden - bei fairen Marktbedingungen - alle erneuerbaren Energien ohne Subventionen auskommen, glaubt Kemfert. Die Politik müsse faire Wettbewerbsbedingungen schaffen, fordert sie. "Nicht das billigste, sondern das wirtschaftlichste und fairste Gebot sollte den Zuschlag erhalten", so die Ökonomin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 10.05.2017 | 14:00 Uhr

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