Stand: 21.02.2016 13:01 Uhr

Nitratbelastung in Niedersachsen auf hohem Niveau

Besonders im Nordwesten des Landes, wo es viel Massentierhaltung gibt, ist die Belastung des Grundwassers mit Nitrat hoch.

Die Nitratbelastung bedroht weiterhin die Grundwasserqualität in Niedersachsen. Betroffen sind vor allem die Landkreise Cloppenburg und Vechta - die Regionen mit besonders viel Massentierhaltung. Der von der EU erlaubte Wert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter wurde im Nordwesten des Landes an mehr als der Hälfte aller Messstellen überschritten. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Umweltbericht des Landes Niedersachsen. Landesweit lag die Nitratbelastung an 33 Prozent aller 1.471 Messstellen über dem erlaubten Grenzwert. Laut Umweltministerium beeinträchtigen die hohen Nitratgehalte die Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser.

Landwirte bringen zu viel Dünger aus

Schuld an der schlechten Grundwasserqualität ist vor allem die Überdüngung der Böden durch die Landwirtschaft. Dennoch steigt die Menge an Gülle und Mist in Niedersachsen 2015 weiter - von 47 auf 47,6 Millionen Tonnen. Die Bauern versuchen unter anderem, das Problem durch den Transport von Gülle in Ackerbauregionen zu lösen. Dieser "Gülle-Tourismus" wird von Umweltschutzverbänden aber scharf kritisiert. Nitrat an sich ist nicht gefährlich, im Körper kann es allerdings zu Nitrit umgewandelt werden, das den Sauerstofftransport im Blut blockiert. Außerdem steht Nitrit im Verdacht, über die Umwandlung in Nitrosamine indirekt krebserregend zu sein.

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