Stand: 07.01.2016 18:28 Uhr

Neues Räumschiff soll ab März Fährverkehr sichern

Das Land will den Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln mit einem neuen Räumschiff sicherstellen. Das teilten Niedersachsens Ministerien für Umwelt und Wirtschaft am Donnerstag mit. Aller Voraussicht nach soll das neue Schiff schon Anfang März seinen Dienst aufnehmen und für die Unterhaltungsarbeiten der Fahrrinnen eingesetzt werden. Das heißt: Sand und Schlick aus den Fahrrinnen holen und die so befahrbar für die Fähren halten. Wie wichtig das ist, zeigte sich erst am vergangenen Dienstag, als die "MS Frisia II" vor Juist bei ablaufendem Wasser gut zwölf Stunden im Watt stecken geblieben war, weil der Ostwind den Wasserpegel hatte sinken lassen. Die Erreichbarkeit der Inseln sei für Bewohner, die Wirtschaft und auch die Touristen von existenzieller Bedeutung, heiß es in der gemeinsamen Erklärung von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) und Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). "Die Fähren sind die Nabelschnur."

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23 Meter lang, vier Millionen Euro teuer

Das Schiff soll nach Angaben des Umweltministeriums rund vier Millionen Euro kosten und aus Landesmitteln finanziert werden. Zwei Personen werden demnach auf dem 23 Meter langen und sieben Meter breiten Schiff arbeiten, mit dem "es endlich gelungen ist, die Kapazitätslücke für die Unterhaltungsarbeiten zu schließen". Die war entstanden, als im Jahr 2010 das Räumschiff "Utlandshörn" wegen technischer Mängel außer Betrieb genommen wurde. Der damalige Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) hatte eine Ersatzbeschaffung abgelehnt. Er wollte eine Vergabe der Arbeiten an private Unternehmen. Doch weil weder die Ausschreibungen noch die Prüfung einer Privatisierung ein zufriedenstellendes Ergebnis erbracht hatten, stimmte der Landtag im Oktober 2013 einem neuen Schiff zu.

Schiff soll Fahrrinnen vertiefen

Mit dem neuen Schiff sollen die Räumkapazitäten an der Nordseeküste deutlich verbessert und die Fahrrinnen vertieft werden. Nach Angaben des Ministeriums kann durch das neue Schiff die Fahrrinne vor der Insel Wangerooge eine Sohltiefe von bis zu 2,25 Meter sichergestellt werden. Derzeit ist zwischen den Ostfriesischen Inseln und Festland nur ein Schiff, die "Hooge Hörn" vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), unterwegs. Unterstützt wird es gelegentlich von der "Seekrabbe" von der landeseigenen Hafengesellschaft NPorts.

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