Stand: 11.08.2016 19:43 Uhr

Happy Birthday, Nationalpark Wattenmeer!

Als Ministerpräsident Ernst Albrecht 1986 den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eröffnete, war wohl niemandem klar, wie bedeutend diese Einrichtung einmal werden würde. 30 Jahre später ist der Nationalpark nicht nur größer als das Bundesland Bremen. Er gehört seit 2009 auch zum UNESCO-Welterbe. Zusammen mit den Schutzgebieten in Hamburg, Schleswig-Holstein, den Niederlanden und Dänemark steht er damit auf einer Stufe mit dem Grand Canyon und der Serengeti. Am Donnerstag wurde das Jubiläum mit einem Festakt im Wattenmeer-Besucherzentrum in Cuxhaven-Sahlenburg gefeiert.

Verbot des Kite-Surfens gefordert

Zahlreiche niedersächsische Naturschutzorganisationen gratulierten dem Nationalpark zum 30. Geburtstag. Gleichzeitig erhoben sie aber auch Forderungen für einen besseren Naturschutz. Vor allem die Unterwasserwelt des Weltnaturerbes werde trotz Nationalparkstatus nicht ausreichend gegenüber der Fischerei geschützt, teilten die Verbände - darunter BUND, NABU und WWF - in einer gemeinsamen Erklärung mit. Ein weiterer Kritikpunkt sind die umfangreichen Baggerungen zur Unterhaltung und Vertiefung von Fahrwassern. Sie würden "die natürliche Dynamik des Wattenmeeres massiv stören". Die Naturschützer fordern außerdem ein generelles Verbot des Kite-Surfens im Wattenmeer und warnen davor, immer wieder Ausnahmeregelungen zugunsten des Tourismus zu genehmigen.

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Nationalpark Wattenmeer feiert 30-Jähriges

12.03.1986 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

1986 ist der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer eröffnet worden. Sehen Sie hier die Berichterstattung von vor 30 Jahren, aus dem Archiv von Hallo Niedersachsen. Video (01:11 min)

Anfangs gab es viele Skeptiker

Die Idee, entlang der niedersächsischen Nordseeküste einen Nationalpark einzurichten, fand in den 80er-Jahren nicht nur Anhänger. Gerade Muschelfischer und Touristikmanager fürchteten Nachteile durch Umweltschutzauflagen. Doch diese Angst stellte sich als unbegründet heraus. Inzwischen ist der Nationalpark sogar ein Werbeträger für naturnahen Tourismus an der gesamten Nordseeküste. Hauptamtliche Nationalpark-Ranger und Naturschutzwarte sorgen dafür, dass Schutzzonen von Gästen und einheimischen Wattbesuchern respektiert und beachtet werden. Mit der Novelle des Nationalparkgesetzes im Jahr 2010 wurde die Fläche des Nationalparks sogar erweitert, von 240.000 auf 345.000 Hektar.

Spagat zwischen Naturschutz und wirtschaftlichen Interessen

Damit ist das niedersächsische Wattenmeer der zweitgrößte deutsche Nationalpark. Sitz der Nationalparkverwaltung ist Wilhelmshaven. Von dort aus werden unter anderem die Zugvogeltage im Herbst geplant. Denn das Wattenmeer ist die Drehscheibe des ostatlantischen Vogelzugs und damit ein besonders schützenswerter Naturraum. Wie bei vielen Institutionen ist die Arbeit der Verwaltung allerdings ein ständiger Kompromiss zwischen Naturschutz und wirtschaftlichen Interessen.

Wattenmeer: Magnet für Vögel und Menschen

Hintergrund
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.08.2016 | 19:00 Uhr