Stand: 20.01.2017 16:10 Uhr

Minister: Strandgut nach Stürmen rascher bergen

Kilometerweit prägen Dünen das Antlitz der Ostfriesischen Insel Langeoog. Nun sind sie landeinwärts mitunter bis zu zwölf Meter weit abgebrochen. Vor dem Pirolatal sind es sogar 13 Meter, die von Stürmen abgetragen wurden. Noch immer kämpfen die Ostfriesischen Inseln Langeoog und Wangerooge auch mit Plastikmüll und Holzbalken. Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz (Grüne) zeigte sich am Freitag sichtlich erschrocken. Sie inspizierte gemeinsam mit Langeoogs Bürgermeister Uwe Garrels und Experten vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Sturmschäden auf der Insel.

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Künftig schnelle und unbürokratische Bergung

Künftig soll nach dem Willen von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) von Stürmen angetriebenes Strandgut schneller beseitigt werden. Angestrebt wird eine einheitliche Lösung für alle Ostfriesischen Inseln. Danach soll es möglich sein, dass angespülter Müll schnell und unbürokratisch geborgen werden kann und erst anschließend Rechtsfragen zu Zoll und Versicherungen geklärt werden. "Bund, Land und Gemeinden müssen jetzt vernünftig kooperieren, damit die Schäden möglichst gering bleiben", sagte Wenzel.

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Holzplanken noch immer am Strand

Am Vormittag war die Delegation um Kottwitz mit Treckern und Anhängern an den Oststrand der Insel Langeoog gefahren. Dort liegen noch immer Holzplanken quer über Strand und Dünen verteilt - zum Ärger der Staatssekretärin. Das beauftragte Bergungsunternehmen sammelte die Bretter am Freitag per Hand auf. Am Sonnabend soll dann schweres Gerät auf die Insel gebracht werden, um die Arbeiten bis Montag abzuschließen.

Kapazitäten der Insel sollen gebündelt werden

So lange wie dieses Mal soll es in Zukunft nicht mehr dauern, Sturmschäden zu beseitigen: Für rasche Bergungsarbeiten sollten zunächst alle auf den Inseln vorhandenen Kapazitäten zum Einsatz kommen. Der Plan sieht vor, dass die Güter dann auf den Bauhöfen der Inselgemeinden oder den Betriebshöfen des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zwischengelagert werden. Für dieses Modell sollen auch der Zoll und die Wasser- und Schifffahrtsbehörde des Bundes gewonnen werden.

Pirolataler Trinkwasser bedroht

Das Pirolatal im westlichen Teil der Insel, dessen Düne 13 Meter weit abgebrochen ist, wird die Anwohner wohl noch länger beschäftigen. Das Dünengebiet ist für die Insulaner besonders wichtig. Denn dahinter befindet sich die Süßwasserlinse - das Trinkwasserreservoir der Insel. Wäre das Trinkwasser in Gefahr, müsste die Insel vom Festland aus versorgt werden. Noch sind die Dünen nach Ansicht der Experten aber stark genug. Maßnahmen müssen laut NLWKN wohl erst im Sommer ergriffen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 20.01.2017 | 15:30 Uhr

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