Stand: 23.02.2016 20:08 Uhr

Milchkrise trifft Deutschlands größte Molkerei DMK

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Die Milchkrise hat nun auch das Deutsche Milchkontor erreicht.

Das Deutsche Milchkontor (DMK) schreibt zwar noch keine Verluste - doch die Milchkrise geht auch an Deutschlands größter Genossenschaftsmolkerei nicht spurlos vorbei. Für 2015 bilanzierte das DMK Gesamterlöse von 4,7 Milliarden Euro. Das waren 600 Millionen Euro oder elf Prozent weniger als 2014, wie die Genossenschaft in Osterholz-Scharmbeck mitteilte. Dort hatten sich am Dienstag über 400 Landwirte zu einer außerordentlichen Vertreterversammlung eingefunden, um auch über die drastisch gesunkenen Milchpreise zu reden.

DMK schüttet 30 Millionen Euro an Landwirte aus

Hätte die Genossenschaft im vergangenen Jahr nicht vom Gewinn zusätzlich 30 Millionen Euro zur Milchgeld-Stützung genutzt, wären die Preise beim DMK wohl noch stärker gefallen. Dadurch sank aber das Ergebnis von 42,3 Millionen (2014) auf magere 13 Millionen Euro. Ohne diesen Zuschuss hätte das Milchgeld für die Landwirte 2015 nicht bei durchschnittlich 27,6 Cent pro Kilogramm Milch gelegen, sondern bei 27,2 Cent, rechnete DMK-Sprecher Hermann Cordes vor.

AbL fordert Mengen-Bremse für Milch

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) sieht die Existenz Tausender Milchviehbetriebe durch die Preise bedroht. Die Vereinigung fordert nun eine Mengen-Bremse. Milcherzeuger würden durch ein Bonus-System belohnt, wenn sie ihre Milchmenge nicht mehr steigern oder sogar reduzieren. Das Instrument wird beim DMK eher skeptisch betrachtet.

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