Stand: 11.04.2017 12:24 Uhr

Im Greetsieler Deich zerbröseln die Steine

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Sie ahnen nicht, dass unter ihnen belgische Natursteine zerbröseln: Schafe auf dem Deich in Greetsiel. (Archivbild)

Deiche sind für die Menschen, die am Wasser leben, überlebenswichtig. Das gilt auch für die Leybucht zwischen Greetsiel und Norden. Doch der vor rund 30 Jahren erneuerte Nordsee-Schutzwall weist immer wieder Schäden auf. Mehrfach musste er teuer saniert werden. Ein Student hat jetzt in seiner Masterarbeit den Grund dafür ermittelt: Fehler bei der Erneuerung sind offenbar dafür verantwortlich. Konkret geht es um die verwendeten Steine.

Steine zerbröseln mit der Zeit

Schuld sind laut der Untersuchung die in diesem Fall verwendeten belgischen Natursteine, bestätigt Herma Heyken vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die Behörde hatte die Masterarbeit in Auftrag gegeben. Die Erkenntnis sei auch für den NLWKN neu, so Heyken. Bisher hatte man die ähnlich aussehenden Schlackesteine im Verdacht, für die Schäden verantwortlich zu sein. Doch jetzt es klar: Es sind die belgischen Natursteine, die im Laufe der Zeit schlicht zerbröseln.

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Kosten für Sanierung noch unklar

Die Ursache dafür ist noch unklar. Immerhin weiß man: Heute werden diese Steine nicht mehr verwendet. Vor 30 Jahren hatte es Materialengpässe gegeben. Als Ersatz wurden deshalb die belgischen Wasserbausteine benutzt. Eine Gefahr für die Sicherheit der Anwohner bestehe durch die Deichschäden nicht, versichert die Landesbehörde. Zunächst sollen Schäden kurzfristig ausgebessert werden. Langfristig werde dann der gesamte rund einen Kilometer lange Deichabschnitt an der Leybucht saniert, so Sprecherin Heyken. Wie viel das kosten wird, sei derzeit noch unklar. Nach bisherigen Erkenntnissen des Landesamtes ist der Deichabschnitt an der Leybucht der einzige, an dem die falschen belgischen Steine verwendet wurden.

Verheerende Sturmflut schuf Bucht

Die Bucht zwischen Greetsiel und Norden hat sich nach der ersten erwähnten Sturmflut im Jahr 838 nach Christus gebildet. 2.500 Menschen fielen der Katastrophe damals zum Opfer. Heute schützt der Deich die Anwohner.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 07.04.2017 | 17:00 Uhr