Stand: 07.12.2015 13:35 Uhr

Goldenstedter "Problemwölfin" hat Gesellschaft

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Hat sich im Gebiet Diepholz/Vechta etwa ein Wolfsrudel gebildet? (Themenbild)

Die sogenannte Problemwölfin aus Goldenstedt streift nicht mehr allein durch den Landkreis Vechta. Wie der zuständige Wolfsberater Torsten Schumacher gegenüber NDR.de bestätigte, sind es mindestens zwei Wölfe, die seit dem Herbst gemeinsam durch das Gebiet streifen. Womöglich sind es sogar mehr: Am vergangenen Freitag hat eine Hundehalterin in Goldenstedt drei Wölfe zusammen gesehen. Nun stellt sich laut Schumacher die Frage: "Sind die Wölfe zugewandert - oder haben wir in diesem Gebiet schon ein Wolfsrudel?"

Spuren hatten wolfstypische Abdrücke

Die Wölfe seien der Frau am frühen Freitagmorgen beim Gassigehen mit ihrem Hund im Goldenstedter Ortsteil Gastrup begegnet. Ihr Hund sei plötzlich ängstlich geworden und habe nicht mehr weiterlaufen wollen, so die Zeugin. In einem Abstand von etwa 30 Metern habe sie die Tiere dann entdeckt: Drei Wölfe seien von einem Feld über die Straße und in das gegenüberliegende Feld gelaufen. Noch am Nachmittag desselben Tages untersuchte Wolfsberater Schumacher das betreffende Feld und konnte drei Spuren entdecken. Alle drei Spuren wiesen laut Schumacher wolfstypische Abdrücke auf und waren an genau der Stelle zu finden, die von der Zeugin zuvor beschrieben wurde.

Nachwuchs vom "Problemwolf"?

Für den Wolfsberater ist die Situation "nicht zu verstehen". Mehr als ein Jahr lang war nur von einem Wolf die Rede gewesen, nun seien es möglicherweise drei. Dass es mindestens zwei Wölfe in dem Gebiet gibt, sei durch drei voneinander unabhängige Zeugenaussagen belegt. Es könne sein, dass Wölfe aus anderen Gebieten zugewandert seien, sagt Schumacher. Eine weitere Möglichkeit sei, dass die Wölfin bereits Nachwuchs bekommen habe. "Die Welpen wären dann schon relativ groß, die kann man nicht mehr von größeren Tieren unterscheiden", so Schumacher. Einen stichhaltigen Beweis - etwa durch DNA-Spuren - gibt es für die Tiere noch nicht. Bis dahin, sagt der Wolfsberater, "muss man das Mosaik langsam zusammensetzen."

Mehr als 100 Nutztiere in der Region gerissen

Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher auch die hohe Zahl an Nutztierrissen in der Region. Mehr als 100 Tiere sollen binnen eines Jahres im Raum Vechta von einem Wolf attackiert worden sein - bislang wurden diese alle der Goldenstedter "Problemwölfin" zugeschrieben. Stecken möglicherweise doch mehrere Tiere dahinter? Die Ergebnisse zahlreicher DNA-Analysen stehen noch aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.12.2015 | 08:00 Uhr

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