Stand: 08.09.2015 15:06 Uhr

Frosta verblüfft mit mehr Transparenz die Branche

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Der Tiefkühlkosthersteller Frosta wagt mehr Transparenz - und verblüfft damit die Branche.

Seit langem fordern Verbraucherschützer wie die Organisation Foodwatch, dass die Zutaten von Fertigprodukten einzeln auf Verpackungen aufgeführt werden. Doch bisher stießen sie damit auf den Widerstand der Lebensmittelindustrie: Als "zu teuer" und "zu aufwendig" wurde ihre Forderung von Lobbyverbänden immer wieder abgeschmettert. Der Tiefkühlkosthersteller Frosta aus Bremerhaven macht nun vor, dass mehr Transparenz durchaus machbar ist. Auf den Verpackungen von "Gemüse Pfanne Toskana", "Hähnchen Curry" und "Couscous Oriental" kann man nun genau nachlesen, was drin steckt. Neben jedem Lebensmittel steht eine kurze Produktbeschreibung. Unten auf der Tüte sind auch die Herkunftsländer abgedruckt.

Frosta: "Es ist eine Frage des Wollens"

Der Aufwand sei gering und die Kosten überschaubar, teilte Frosta mit. Während die Europäische Kommission die Mehrkosten im Mai 2015 laut Foodwatch noch auf 10 bis 30 Prozent bezifferte, spreche Frosta jetzt von wenigen Cent pro Verpackung. Jeder Hersteller aus Deutschland wisse, woher die Zutaten kommen, sagte Frosta-Geschäftsführer Felix Ahlers gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Das sei gesetzlich auch so vorgeschrieben. "Es ist aus unserer Sicht daher mehr eine Frage des Wollens und nicht eine Frage des Könnens."

Mehr Transparenz für weniger Skandale

Entsprechend groß fällt das Lob der Verbraucherschützer aus. Von Foodwatch hieß es, Frosta strafe die gesamte europäische Lebensmittelbranche und die EU-Kommission Lügen. "Der Beweis ist da: Es geht. Der Frosta-Standard muss umgehend zum EU-Standard werden", hieß es. Verbraucherschutzverbände hoffen, dass zwielichtige Anbieter und Vertriebskanäle durch eine genauere Kennzeichnungspflicht verschwinden. Nach Ansicht der Organisation könnten auch Lebensmittelskandale wie der um Pferdefleisch in der Lasagne durch mehr Transparenz verhindert werden.

Bisher ist eine Nennung von Herkunftsländern nur bei frischem Obst und Gemüse, frischem Fleisch und Eiern vorgeschrieben, nicht aber bei weiter verarbeiteten Produkten.

Dieses Thema im Programm:

Regional Oldenburg | 08.09.2015 | 15:30 Uhr