Stand: 11.03.2016 09:51 Uhr

Friesenbrücke: Stimmrekorder ausgewertet

Drei Monate nach dem Zusammenstoß des Frachters "Emsmoon" mit der Friesenbrücke in Weener (Landkreis Leer) kommen die Ermittlungen zur Unfallursache langsam voran: Wie die Staatsanwaltschaft Aurich mitteilte, ist der Stimmrekorder jetzt ausgewertet - zu den Ergebnissen wollte sie sich allerdings nicht äußern. Seit Anfang Februar hatten Ermittler den Sprachrekorder untersucht. Die Behörde ermittelt gegen einen Emslotsen sowie den russischen Kapitän des Schiffes wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs. Sowohl der Kapitän als auch der Lotse haben bisher in der Sache geschwiegen. Der Emslotse hat inzwischen Akteneinsicht beantragt und nun zwei Wochen Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Platz machen für den Luxusliner

Aufnahmen mussten technisch aufbereitet werden

Ein technischer Defekt des Schiffes als Ursache für den Unfalls konnte schnell ausgeschlossen werden. Die Staatsanwaltschaft will deshalb nun wissen, wer auf der Brücke die Verantwortung trug. Einziger Anhaltspunkt dafür: der Stimmrekorder, der die Gespräche auf der Brücke aufzeichnet hatte. Experten des Bundesamtes für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig mussten zunächst Hintergrundgeräusche herausfiltern, erst dann konnten sie beginnen, die Aufnahmen technisch für die Ermittlungen aufzubereiten. Anfangs hatte es laut Staatsanwaltschaft Probleme gegeben herauszufinden, in welcher Sprache Kapitän und Lotse überhaupt sprachen. Klar ist inzwischen: Die beiden Männer unterhielten sich in einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Russisch.

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Brückenteil in Papenburg zwischengelagert

Für die Emsüberführung des neuesten Schiffs der Papenburger Meyer Werft, der "Ovation of the Seas" wurden am vergangenen Wochenende Teile der Friesenbrücke abgebaut. Bei jeder Emsüberführung der Papenburger Kreuzfahrtriesen muss der große Mittelteil der Brücke mit einem Schwimmkran entfernt werden. Neu ist jedoch, dass der Mittelteil anschließend nicht wieder montiert wird - die Meyer Werft lagert das Bauteil an Land zwischen.

Wann kommt der Neubau?

Wie es an der Überquerung der Ems weitergeht, ist noch immer nicht klar. Seitdem die 100 Meter lange "Emsmoon" die geschlossenen Friesenbrücke gerammt hatte, ist der Zugverkehr von Leer ins niederländische Groningen unterbrochen. Die Deutsche Bahn, die Eignerin der Brücke ist, prüft noch immer, ob nur das kaputte Teil der Brücke oder die ganze Brücke neu gebaut werden muss - ein Wiederaufbau wäre voraussichtlich kostengünstiger. So oder so wird es laut Bahn innerhalb der nächsten fünf Jahre keine neue Brücke geben. Ein Teilneubau würde mindestens fünf, ein kompletter Neubau mindestens neun Jahre dauern.

Karte: Die Unfallstelle auf der Ems
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 10.03.2016 | 17:00 Uhr