Stand: 21.12.2015 19:35 Uhr

Fähre als Ersatz für zerstörte Friesenbrücke?

von Oliver Gressieker

Vor knapp drei Wochen hat ein Frachter die Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer) gerammt und in zwei Teile gerissen. Die Folgen für die Anwohner sind zum Teil beträchtlich. Viele müssen für den Weg zur Arbeit, für Einkäufe oder Arztbesuche auf der anderen Ems-Seite nun einen Umweg von bis zu 30 Kilometern in Kauf nehmen. Um diese Situation möglichst bald zu beenden, haben am Montag in Leer erste Gespräche über eine mögliche Behelfsüberführung begonnen.

Der Landrat des Landkreis Leer, Bernhard Bramlage (SPD) im Portrait. © NDR Fotograf: Oliver Gressieker

"Günstige Lösungen zeichnen sich nicht ab"

Der Leeraner Landrat Bernhard Bramlage hält eine Fährverbindung als vorübergehenden Ersatz für die Friesenbrücke für denkbar. Die Voraussetzungen dafür sollen geprüft werden.

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Möglichkeit einer Fährverbindung soll geprüft werden

Bei dem Treffen mit Vertretern aus Weener, Westoverledingen, des Wasser- und Schifffahrtsamtes Emden und der Deichachten kristallierte sich offenbar schnell heraus, dass eine Fährverbindung die einzig denkbare Lösung sein dürfte. "Wir haben uns über die wichtigsten Voraussetzungen eines Fährbetriebs wie zum Beispiel Anlegestellen unterhalten", sagte der Leeraner Landrat Bernhard Bramlage (SPD) gegenüber NDR.de. Diese Punkte müssten nun im Detail betrachtet werden, um abschätzen zu können, ob eine Fährverbindung mit vertretbarem Aufwand realisierbar ist. "Eine einfache und günstige Lösung zeichnet sich nicht ab", so Bramlage. Bis in die 1970er-Jahre hatte es in unmittelbarer Nähe der Brücke eine Fährverbindung gegeben, die aus Kostengründen eingestellt wurde. Die damaligen Anleger und Zufahrtswege existieren nicht mehr.

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Behelfsbrücke wohl kaum umsetzbar

Eine Behelfsbrücke, über die öffentlich ebenfalls diskutiert wird, hält der Landrat dagegen für kaum umsetzbar. "Da es sich bei der Ems um eine Bundeswasserstraße handelt, die dann gekreuzt werden müsste, sehe ich das derzeit nicht", sagte Bramlage. Es müssten aber zunächst noch Gespräche mit der Bahn abgewartet werden, die für den Wiederaufbau der irreparabel zerstörten Friesenbrücke zuständig ist.

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