Stand: 06.11.2015 19:21 Uhr

Erweiterung des Braker Hafens beginnt

Die zehn Millionen Euro habe das Land in Brake gut angelegt, glaubt Daniela Behrens, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium.

Im Braker Hafen laufen die Betonmaschinen: Ein zweiter Liegeplatz für Großschiffe wird dort errichtet. Denn der Braker Hafen boomt. Im Rekordjahr 2014 stieg allein der Umschlag mit Agrargütern wie Getreide und Futtermittel um 24 Prozent auf fast dreieinhalb Millionen Tonnen an. Das soll so weitergehen. Deshalb hat das Land Niedersachsen als Eigentümer für den Bau eines zweiten Liegeplatzes zehn Millionen Euro in die Hand genommen. Am Freitag wurde der Grundstein gelegt.

Staatssekretärin: Ausbau lockt Investoren

Symbolisch verteilt Staatssekretärin Daniela Behrens vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium am Freitag den flüssigen Beton und streicht ihn glatt. Ab Juli 2016 sollen an der neuen Kaje zwei Großschiffe von 275 Metern Länge parallel abgefertigt werden können. Eine lohnende Investition für die Region, so die Staatssekretärin. "Dadurch investieren die Unternehmen natürlich auch wieder", erklärt Behrens. Die öffentlichen Gelder seien hier sinnvoll angelegt.

Ausbau kommt keine Sekunde zu früh

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Dank des zweiten Liegeplatzes soll mit langen Wartezeiten bald Schluss sein.

Besonders für den Export von Futtermitteln wird der zweite Liegeplatz benötigt. Denn wegen der Enge auf der Weser kommt es immer wieder zu Wartezeiten. Das verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit für das Hafenunternehmen J. Müller. Vorstandschef Jan Müller wartet daher sehnsüchtig auf den neuen Liegeplatz. "So haben wir auch heute die Situation, dass zwei Schiffe gelöscht werden sollen", berichtet Müller am Rande der Grundsteinlegung. "Eines ist hier an den Anlagen, das andere liegt in der Deutschen Bucht bereits seit drei Tagen vor Anker, weil es nicht gelingt, die Schiffe gleichzeitig abzuwickeln."

Weservertiefung könnte weiteres Wachstum bringen

Der neue Liegeplatz wird also gebraucht, und das so schnell wie möglich. Ob er noch weiteres Wachstum beim Hafenumschlag bringt, hängt aber auch davon ab, ob die Weservertiefung kommt, also auch Schiffe mit einem Tiefgang bis 12,80 Meter anlegen können. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird vermutlich erst 2016 endgültig über die Vertiefungspläne entscheiden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder | 06.11.2015 | 18:00 Uhr