Stand: 30.01.2016 15:39 Uhr

Erfundene Vergewaltigung: Ermittlungen nach Facebook-Post

Die vergangenen Tage haben es noch einmal deutlich gezeigt: Längst nicht alles, was im Internet steht, sollte man glauben. Es wird viel gepostet in sozialen Netzwerken. Manche Behauptungen sind wahr, andere halbwahr, einige frei erfunden - zum Zweck der Meinungsmache oder aus anderen Motiven. So hatte eine 20-jährige Frau bei Facebook über eine angebliche Vergewaltigung geschrieben. Eine Tat, die es nach Erkenntnissen der Polizei nie gegeben hat. Der Post hat nun Konsequenzen für die Verfasserin.

Tagesschau.de

Vergewaltigung erfunden: 13-Jährige war bei einem Freund

Der Fall eines angeblich entführten und vergewaltigten Mädchens in Berlin ist laut Staatsanwaltschaft gelöst: Die 13-Jährige sei bei einem Bekannten gewesen. (29.01.2016) extern

Verdacht auf Volksverhetzung

In ihrem Beitrag, den die Polizei am Donnerstag entdeckte, hatte die Frau berichtet, im Auricher Stadtgebiet sei eine 16-Jährige vergewaltigt worden. Sie warf der Polizei vor, nicht tätig geworden zu sein. Außerdem beschuldigte sie die Medien, diesen Sachverhalt bewusst zu verschweigen. Wie die Polizei mitteilte, besteht aufgrund der Formulierungen der 20-Jährigen der Verdacht der Volksverhetzung. Zudem habe sie im Zuge der Ermittlungen die Polizei beleidigt.

Verfasserin: "Gepostet, ohne nachzudenken"

Den Ermittlern gelang es, die Identität der Frau festzustellen. Sie wurde bereits vernommen. Die 20-Jährige habe die Vorwürfe eingeräumt und erklärt, dass es sich bei der angeblichen Vergewaltigung nur um Gerüchte gehandelt habe, teilte die Polizei mit. Sie habe diese Gerüchte im Internet gepostet, ohne darüber nachzudenken.

Weitere Informationen

Soziale Netzwerke befördern Falschmeldungen

Die Polizei Wilhelmshaven warnt davor, jede Meldung über Flüchtlings-Straftaten für wahr zu halten. Erst am Wochenende hatten Menschen demonstriert - wegen einer Tat, die nie begangen wurde. (25.01.2016) mehr

Polizei warnt vor falschen Behauptungen

Bei der Polizei Aurich/Wittmund ärgert man sich über die Verbreitung der Falschmeldung. Die Polizei sei dankbar für jeden Hinweis, der sich auf tatsächlich geschehene Straftaten bezieht, schreibt Sprecherin Sabine Kahmann in einer Mitteilung. "Wahrheitswidrige Behauptungen und willkürlich verbreitete Falschmeldungen über soziale Medien nutzen jedoch niemandem, sie verschaffen den Strafverfolgungsbehörden nur zusätzlich unnütze Arbeit", so Kahmann weiter - und warnt potenzielle Nachahmer: "Falschbehauptungen können durchaus strafrechtliche Konsequenzen haben."

Weitere Informationen

Propaganda treibt Russlanddeutsche auf die Straßen

Die Proteste von Russlanddeutschen gegen angebliche "Ausländergewalt" reißen nicht ab - befördert von Falschmeldungen der russischen Medien. Jetzt plant der DGB eine Gegen-Demo in Osnabrück. (28.01.2016) mehr

Facebook geht gegen Falschmeldungen vor

N-JOY

Facebook sagt Falschmeldungen den Kampf an. Das soziale Netzwerk will die Verbreitung von gefälschten Berichten verhindern. Nutzer können Posts als "falsch" markieren. (21.01.2015) mehr

Link

Erfundener Todesfall - Ruf nach Konsequenzen

Berlins Innensenator Henkel hat Konsequenzen aus dem erfundenen Todesfall eines Flüchtlings gefordert. Tagesschau.de berichtet. (28.01.2016) extern

Link

Angst schüren mit angeblicher Vergewaltigung

Nach einem russischen TV-Bericht über die angebliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen durch Flüchtlinge in Berlin und anschließendem Polizei-Dementi ist die Aufregung groß - nicht nur im Netz. (26.01.2016) extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.01.2016 | 11:00 Uhr