Stand: 01.07.2015 17:06 Uhr

Entspannende Jagd auf Kunststofftiere

von Oliver Gressieker

Der Pfeil schnellt aus dem Bogen, fliegt wenige Zentimeter an mehreren Bäumen vorbei und trifft dann sein Ziel - einen kleinen Bären. 20 Punkte für einen "kill". Falls jetzt jemand aufschrecken sollte - keine Angst: Hierbei handelt es sich nicht etwa um eine illegale Jagd, sondern um völlig harmloses 3-D-Bogenschießen. Die Tiere sind aus Kunststoff und mit dem "kill" ist lediglich der Zielkreis gemeint.

32 Stationen mit Kunststofftieren

Schauplatz der auf den ersten Blick etwas ungewöhnlichen Schießübungen ist der Oldenburger Fliegerhorst. Seit knapp zwei Jahren hat der Verein "3 D Archers" hier einen eigenen, rund zweieinhalb Kilometer langen Parcours. Mit viel Engagement haben die Gründungsmitglieder insgesamt  32 Stationen errichtet, an denen auf mehr als 60 Tierattrappen geschossen werden kann. Das Besondere an dieser Art des Bogenschießens sind die wechselnden Bedingungen. Statt auf eine feststehende Scheibe wird in der 3-D-Version mal bergauf, mal bergab geschossen, alles richtet sich nach den Vorgaben der Natur. "Das herkömmliche Bogenschießen war uns irgendwann einfach zu langweilig. Deshalb haben wir den Verein gegründet", sagt der Vorsitzende Sascha Oeltjen, der viele seiner Mitstreiter im Schützenverein Metjendorf kennengelernt hat.

Entspannung wichtiger als Wettkampf

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Ein bisschen Bogenschießen und dann Entspannen

Auf dem Oldenburger Fliegerhorst wird seit knapp zwei Jahren scharf geschossen. Auf dem Gelände haben die Schützen des Vereins "§ D Archers" einen Parcours mit 32 Stationen aufgebaut. Bildergalerie

Der sportliche Aspekt spielt für die 3-D-Bogenschützen nur eine untergeordnete Rolle. "Es gibt hier überhaupt keine Leistungsdruck", erzählt Oeltjen. "Uns geht es in erster Linie darum, dass man bei einem Spaziergang durch die Natur runterkommen und entspannen kann." Häufig würden die Schützen auf ihren Runden nicht einmal die Punkte zählen, sondern einfach nur die Ruhe beim Schießen genießen.

Mitgliederzahl steigt rasant

Diese Art der Entspannung kommt offenbar gut an. Mittlerweile hat der Verein laut Oeltjen 85 Mitglieder im Alter von 6 bis 66 Jahren -Tendenz steigend. "Ein Vorteil ist, dass die Grundvoraussetzungen für intuitives Bogenschießen innerhalb von wenigen Stunden zu erlernen sind", sagt Oeltjen. Bereits nach einer kurzen Einführung können die neuen Mitglieder auf den Parcours.

Hochburg der 3-D-Schützen ist Österreich

Der Andrang ist vermutlich auch deshalb so groß, weil es in Norddeutschland bislang kaum Angebote im 3-D-Bogenschießen gibt. "Viele Schützen nehmen weite Entfernungen auf sich, um auf unserem Parcours zu schießen", so Oeltjen. Deutlich populärer sei der entschleunigende Sport in Süddeutschland und vor allem in Österreich, wo es an zahlreichen Orten Strecken mit den Kunststofftierchen gibt.