Stand: 02.03.2017 10:40 Uhr

Elbfähre: Jetzt ist Schluss - vorerst

Die Elbfähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel hat ihren Betrieb am Mittwoch nun doch bis auf Weiteres eingestellt. Die letzte Fähre sei um 9.45 Uhr von Brunsbüttel aus gestartet, sagte ein Sprecher der Elb-Link Reederei. Am Dienstag hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass der Betrieb ab Mittwoch eingestellt wird. Der Grund sind offenbar finanzielle Schwierigkeiten. Am Morgen war dann doch überraschend eine Fähre losgefahren. Grund dafür seien Anordnungen der estnischen Muttergesellschaft und der Banken gewesen, sagte der Sprecher.

Fähren liegen vorerst am Cuxhavener Steubenhöft

Zunächst hieß es, der Kapitän der "Anne-Marie" habe die Fahrt nach Cuxhaven auf eigene Faust unternommen. Jetzt steht fest: Es war die vorläufig letzte Fährfahrt. Das Schiff "Anne-Marie" soll am Cuxhavener Steubenhöft festgemacht werden - hier liegt bereits das zweite Schiff der Reederei namens "Grete". Diese Fähre hatte bereits vor einigen Tagen den Betrieb eingestellt.

Gespräche über Auffanggesellschaft

Jetzt ist die Bildung einer Auffanggesellschaft im Gespräch, um den Fährbetrieb fortführen zu können. Dann könnte die Linie eventuell mit einem statt mit zwei Schiffen weiter betrieben werden, wie Elb-Link-Geschäftsführer Bernd Bässmann sagte. Unterstützung erfährt die Elbfähre vom Cuxhavener SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Santjer. "Wir glauben an die Fährlinie", sagte er NDR 1 Niedersachsen. Santjer hält es für möglich, dass ein Neustart des Projekts mit neuen Partnern und mithilfe von Landesbürgschaften finanziert werden könnte. Das Wirtschaftsministerium in Hannover hat dazu bisher keine Stellung bezogen. Die Landesregierung hatte stets erklärt, dass Betriebskostenzuschüsse für den Fährbetrieb nicht durch Steuergelder finanziert werden könnten.

Fährverbindung am Ende?

Die ungewisse Zukunft betrifft auch die rund 50 Mitarbeiter der Reederei. Sie hätten für den Februar noch kein Gehalt bekommen, sagt Reederei-Geschäftsführer Bernd Bässmann. Das schwache Verkehrsaufkommen im Winter sowie zahlreiche offene Rechnungen aus der Anfangsphase sollen demnach für Ebbe in der Kasse gesorgt haben. Das Land Niedersachsen hatte den Bau des Fähranlegers in Cuxhaven mit Millionenaufwand gefördert.

Reederei im Visier der Staatsanwaltschaft

Finanzielle Schwierigkeiten der Reederei waren bereits im vergangenen Jahr bekannt geworden. Nach Angaben des Unternehmens betrug der Verlust zum 31. Juli 2016 rund 1,41 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt zudem gegen die Elb-Link-Reederei wegen möglicher Insolvenzverschleppung.

Schon früher Millionenverluste

Die Fähre der Elb-Link-Reederei konkurrierte mit der bestehenden Fähre Glückstadt-Wischhafen. Auch über den rund 100 Kilometer entfernten Hamburger Elbtunnel sind die Ortschaften zu erreichen. In der Vergangenheit wurde bereits drei Mal versucht, Fährverbindungen zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven einzurichten. Aufgrund von Millionenverlusten wurde der Betrieb immer wieder eingestellt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.03.2017 | 08:00 Uhr

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