Stand: 25.10.2016 19:45 Uhr

Defektes Offshore-Kabel: Schnellere Reparatur geplant

Es ist nicht das erste Mal, dass Netzbetreiber Tennet seine Verbindung Dolwin 2, über die der Strom der Offshore-Windparks Gode Wind 1 und 2 vor Norderney ans Festland gerät, abschalten muss. Und nun schon wieder: Die betroffene Kabelkomponente kommt vom Netz. Zunächst war von einem guten halben Jahr, vom 1. November 2016 bis voraussichtlich 26. April 2017, die Rede, in dem das Kabel vom Hersteller ABB reparieren werden soll. Nun teilte Tennet mit, den Zeitraum verkürzen zu wollen - ab dem 7. November ruht die Verbindung für 20 Wochen - bis Ende März 2017.

Stromversorgung nicht beeinträchtigt

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Gewaltige Kabel leiten den Strom von den Windparks ans Land. Tennet muss jetzt eine seiner Verbindungen vorübergehend abschalten.

Geprüft werden soll in dieser Zeit außerdem, ob es sich um einen Einzelfall oder um einen generellen Mangel handelt. Obwohl über die Verbindung schon Strom fließt, befindet sich Dolwin 2 noch in der Testphase. Erst wenn alle Probleme beseitigt seien, wolle Tennet als endgültiger Betreiber das Netz vom Hersteller ABB übernehmen, teilt Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer NDR.de mit. Die Stromversorgung sei für die Dauer der Reparatur laut Tennet nicht beeinträchtigt.

Mehr als 400 Millionen Euro Schaden?

Nach Angaben der "Ostfriesen-Zeitung" würden dem Windpark-Betreiber Dong Energy bei einem Ausfall pro Tag drei Millionen Euro an Einnahmen entgehen. Iris Franco Frattini von Dong Energy allerdings wollte diese Zahl gegenüber NDR.de nicht bestätigen. Sicher sei nur, dass Tennet dem Konzern ab dem elften Pannentag bis zu 90 Prozent erstatten müsse, so Frattini. Würden die Zahlen der "Ostfriesen-Zeitung" stimmen, wären das bei der angegebenen Reparaturzeit mehr als 400 Millionen Euro an entgangenen Einnahmen. "Die Kosten können entsprechend gesetzlicher Regelungen über die Offshore-Haftungsumlage auf die Stromverbraucher umgelegt werden", sagt Tennet-Sprecher Fischer NDR.de. Den von der Ostfriesen-Zeitung genannten Betrag von 430 Millionen Euro wollte allerdings auch Fischer nicht bestätigen. Die Reparaturkosten hingegen trägt laut Fischer allein der Hersteller ABB.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.10.2016 | 12:00 Uhr

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