Stand: 07.07.2015 14:23 Uhr

Bremervörde: Gaffer prügelt sich mit Polizei

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Am Rande der Rettungsarbeiten prügelte sich ein 25-Jähriger mit Polizisten. (Quelle: Bremervörder Zeitung)

In Bremervörde ist der verheerende Unfall mit zwei Toten in einer Eisdiele weiterhin das beherrschende Thema. Für Fassungslosigkeit sorgt allerdings nicht nur das Unglück. Denn während zahlreiche Helfer mit vollem Einsatz dabei waren, den Verletzten zu helfen, sind einige Schaulustige durch ihr unglaublich dreistes Verhalten aufgefallen. Nach Zeugenaussagen sollen Jugendliche ihre Handys während des Abtransports der Schwerverletzten in einen Rettungshubschrauber gehalten haben. Ein 25-jähriger Mann lieferte sich sogar eine Rangelei mit zwei Polizisten.

25-Jähriger attackiert Polizisten

"Das erträgliche Maß wurde deutlich überschritten", sagte Polizeisprecher Heiner van der Werp. Seinen Angaben zufolge hatte der polizeibekannte 25-Jährige die Rettungsarbeiten aus kurzer Entfernung gefilmt und dabei die Einsatzkräfte behindert. Als die Feuerwehr ihn aufforderte sich zu entfernen, habe der Mann Verstärkung aus der Familie geholt. "Die Situation schaukelte sich hoch und es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung", so van der Werp. Dabei soll der Gaffer einen Polizisten in den Schwitzkasten genommen und dessen Brille beschädigt haben. Zwei Beamte erlitten leichte Verletzungen.

Gaffern drohen hohe Bußgelder

"Es ist ehrverletzend und menschenunwürdig, dort zu filmen, wo Menschen im Blut liegen und um ihr Leben ringen und die Einsatzkräfte alles tun, um zu retten", sagte der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft (GdP), Dietmar Schilff. Für die Polizei sei das ein Riesenproblem. Die Grenze verlaufe ganz klar dort, wo die Arbeit der Einsatzkräfte behindert werde. "Das muss geahndet werden, und es können Bußgelder bis zu 5.000 Euro ausgesprochen werden", so Schilff.

Staatsanwaltschaft entscheidet über Anklage

Die Betroffenen in Bremervörde haben Strafanzeige wegen Widerstands gegen Polizeibeamte erstattet. "Wir hoffen, dass es in diesem Fall Konsequenzen geben wird", sagte van der Werp. Nach Abschluss der Ermittlungen wird der Fall an die Staatsanwaltschaft Stade übergeben. Wann genau dies sein wird, konnte der Sprecher nicht sagen. Die Staatsanwaltschaft entscheide dann, ob Anklage erhoben wird.

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Hallo Niedersachsen | 07.07.2015 | 19:30 Uhr