Stand: 20.03.2016 08:36 Uhr

Bahn-Chef: "Fünf Jahre für Friesenbrücke zu lang"

Bald ist es vier Monate her, dass der russische Frachter "Emsmoon" die Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer) gerammt und sie dabei völlig zerstört hat. Seitdem liegt der Zugverkehr von Leer ins niederländische Groningen über die Ems lahm - sehr zum Unmut der Anwohner und Pendler. Die Deutsche Bahn, Eignerin der Brücke, sieht für Planung und Reparatur oder Neubau mindestens fünf Jahre vor. Bahn-Chef Rüdiger Grube ist das aber viel zu lang. Das sagte er am Freitag beim Nautischen Essen, einer Veranstaltung des Nautischen Vereins zu Emden, dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. Es könne nicht sein, dass der Standort Deutschland für die Planungs- und Bauzeit einer Brücke solange brauche, erklärte Grube.

Sicht von der Friesenbrücke auf den Baukran im Wasser. © NDR Fotograf: Oliver Gressieker

Bahn-Chef will Runden Tisch für Friesenbrücke

Hallo Niedersachsen -

Rüdiger Grube, Chef der Deutschen Bahn AG, will die Instandsetzung beziehungsweise einen Neubau der beschädigten Friesenbrücke in Weener beschleunigen.

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Grube plant Runden Tisch

Die Bahn sei sich bewusst darüber, welches Ausmaß der Schaden für die Region habe. Nun will Grube einen Runden Tisch einberufen, um das Projekt schneller voranzutreiben. Allerdings warnte er vor vorschnellen Schlüssen: Zunächst müssten Fakten auf den Tisch. Deshalb sollten die Gutachten zum Zustand der Brücke und zur Tragfähigkeit abgewartet werden, so Grube. Ein Ergebnis soll bis Jahresende vorliegen. Politische Unterstützung für Grubes Vorhaben kündigte Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) an.

Neue Friesenbrücke - Besserer Bahnverkehr?

Haftpflicht übernimmt höchstens vier Millionen Euro

Nach Schätzungen der Bahn würde allein die Reparatur der Brücke mehr als 20 Millionen Euro kosten - ein Neubau, der bis zu neun Jahre dauern könnte, sogar noch mehr. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen übernimmt die Haftpflicht-Versicherung des Frachters allerdings nur höchstens vier Millionen Euro.

Das Schiff war Anfang Dezember gegen die geschlossene Brücke gefahren. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist auch nach der Auswertung des Stimmrekorders noch nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft Aurich ermittelt gegen den russischen Kapitän der "Emsmoon" und gegen den Emslotsen wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs.

Karte: Die Unfallstelle auf der Ems
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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 19.03.2016 | 19:30 Uhr