Stand: 06.01.2016 17:10 Uhr

Auf Norderney lebt Damwild bald gefährlicher

von Lena Petersen

Wattwürmer, Robben, Möwen - dass diese Tiere sich auf den Ostfriesischen Inseln tummeln, ist keine Überraschung. Das Damwild auf Norderney und Borkum hingegen ist bei den Touristen eine kleine Attraktion. Doch die wachsenden Bestände sorgen auf den Inseln auch für Ärger. Und zumindest auf Norderney geraten die Tiere bald sogar intensiver ins Fadenkreuz.

Vor rund 50 Jahren wurde das Damwild auf Norderney ausgewildert. Momentan seien rund 40 Tiere auf der Insel, sagt Kreisjägermeister Wilke Siebels. Viel zu viele, meint Bürgermeister Frank Ulrichs (SPD). Er verweist darauf, dass sich immer mehr Inselbewohner über die Tiere beschwerten, weil das Damwild Vorgärten und Friedhofsbeete kahlfresse. Die Jägerschaft will die Herde nun auf rund zwölf Tiere reduzieren. Inzwischen liegt dafür auch die Erlaubnis vom Landkreis Aurich vor: Auf Norderney darf das Damwild nun selbst in den Stadtrand-Gebieten gejagt werden. Die Jagdzeit wurde außerdem um 15 Tage verlängert.

Auf Borkum wird nicht geschossen

Anders sieht es auf Borkum aus. Das Umweltministerium wollte das Damwild hier vor rund zwei Jahren als natürlichen Landschaftspfleger einsetzen. Weil Unbekannte ihr Gatter zerstört hatten, richteten die Tiere aber auf der ganzen Insel Schäden an. Das Ministerium prüft nun, wie man die Tiere wieder von der Insel bekommt. Ihren Abschuss allerdings lehnt Borkums Bürgermeister Georg Lübben (parteilos) strikt ab.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.01.2016 | 17:00 Uhr