Stand: 19.05.2017 16:56 Uhr

Waffendiebstahl: Wie weit reicht rechtes Netzwerk?

Wie groß ist das Netzwerk um den wegen Terrorverdachts verhafteten Soldaten Franco A. innerhalb der Bundeswehr? Gibt es ein solches Netzwerk überhaupt? Und welche Rolle spielt der Waffendiebstahl aus einem Panzer in Munster? Derzeit wird geprüft, ob Oberleutnant Franco A. mit der Tat in der Heide in Verbindung steht. Auf dem Militärgelände wurden im Februar unter anderem eine Pistole, zwei G36-Sturmgewehre und 60 Schuss Munition gestohlen. Zum Zeitpunkt des Diebstahls soll sich ein Student der Münchner Bundeswehr-Universität in Munster aufgehalten haben, der mit Franco A. Kontakt über das Handy gehabt haben soll. Das untersucht derzeit der Militärische Abschirmdienst (MAD), der Geheimdienst der Bundeswehr. Am Freitag wurde aus Parlamentskreisen in Berlin bekannt, dass der Offizieranwärter schon früher wegen rechter Aktivitäten aufgefallen sein soll.

Geheimdienst beobachtet insgesamt elf Soldaten

Der MAD überwacht demnach insgesamt elf Bundeswehr-Angehörige, von denen einige Kontakte zur rechtsextremen "Identitären Bewegung" und andere zu Danubia, einer pflichtschlagenden Burschenschaft in München, haben sollen. Franco A. soll mit seinem mutmaßlichen Komplizen Maximilian T. einen Terroranschlag geplant haben. Mit Maximilian T. soll auch der Student, der sich in Munster aufgehalten haben soll, Kontakt über ein soziales Netzwerk gehabt haben. Franco A. hatte ein Doppelleben als syrischer Flüchtling geführt und schrieb auch Gedankengut der "Identitären Bewegung" in seine Masterarbeit.

"Ermittlungsverfahren gegen unbekannt"

Zum Diebstahl in Munster machte das Verteidigungsministerium keine weiteren Angaben und verwies auf die dazu laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Lüneburg. "Das Ermittlungsverfahren in Lüneburg richtet sich nach wie vor gegen unbekannt", sagte ein Sprecher dort. Klar ist aber, dass Franco A. zur Zeit des Panzer-Einbruchs nicht in Munster war.

Panzer gezielt aufgebrochen

Bekannt ist mittlerweile auch, dass der Panzer, aus dem die Waffen gestohlen wurden, auf dem bewachten und gesicherten Gelände des Lagers Trauen abgestellt war. Er habe nicht auf dem weitläufigen Gelände des Truppenübungsplatzes gestanden. Der Panzer sei gezielt aufgebrochen worden, sechs weitere dort abgestellte Fahrzeuge seien unversehrt gewesen. Fazit von Insidern gegenüber dem NDR: "Das war kein Dumme-Jungen-Streich; da wusste jemand, was er tat."

Weitere Informationen

Waffendiebstahl: Verbindung zu Franco A.?

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.05.2017 | 08:00 Uhr

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