Stand: 08.01.2016 21:53 Uhr

Vizepräsident Keller verlässt Leuphana

Der Vizepräsident der Leuphana-Universität, Holm Keller, verlässt überraschend die Hochschule. Nach Angaben eines Uni-Sprechers legt Keller sein Amt Ende Februar auf eigenen Wunsch nieder. Sein Vertrag läuft eigentlich bis 2020. Nach Angaben der Universität will sich Keller "neuen beruflichen Herausforderungen" stellen. Über Kellers Nachfolge solle in den kommenden Monaten entschieden werden. Für das Bauprojekt des neuen, von US-Stararchitekt Daniel Libeskind entworfenen Zentralgebäudes der Universität werde Keller auch künftig als Berater erhalten bleiben, teilte die Hochschule mit.

Holm Keller, Vizepräsident Leuphana Universität im Interview © NDR

Keller: "Zeit, das Ruder an Jüngere zu übergeben"

Holm Keller ist als Vizepräsident der Leuphana Universität in Lüneburg zurückgetreten. Im Zusammenhang mit dem Libeskind-Bau auf dem Uni-Gelände wurde oft kritisiert.

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Senat verweigerte Keller zunächst die Wiederwahl

Keller war seit 2006 Vizepräsident an der Leuphana-Uni. Seine Wiederwahl im Jahr 2011 sorgte für Aufsehen, weil der Senat der Uni ihm die erforderliche Mehrheit für eine Verlängerung seiner Amtszeit verweigerte. Nachdem sich Präsident Sascha Spoun für Keller eingesetzt hatte, bestätigte ihn der Senat als Vizepräsident - allerdings mit der Einschränkung, dass Keller ab 2012 nur in Teilzeit arbeitet. Ein neu konstituierter Senat bestätigte Keller 2012 dann wieder als Vollzeit-Vizepräsident.

Ermittlungen gegen Keller 2013

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Keller war wegen des neuen Zentralgebäudes in die Kritik geraten. Weil die Uni gegen Vergaberichtlinien verstoßen haben sollte, strengte die Staatsanwaltschaft Stade im Sommer 2013 Ermittlungen gegen Keller wegen des Verdachts der Untreue an. Es wurde vermutet, dass bei der nicht ausgeschriebenen Vergabe des Auftrags an Libeskind die Richtlinien nicht eingehalten worden waren. Die Ermittlungen wurden 2014 eingestellt. Es hätten sich keinerlei Hinweise auf Untreue oder Subventionsbetrug im Zusammenhang mit dem Neubau ergeben, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft.

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Kostenexplosion des Neubaus

Kritik musste Keller auch wegen der Kosten für den Neubau einstecken. Im Sommer war bekannt geworden, dass diese von ursprünglich 58 Millionen Euro auf bis zu 90 Millionen steigen werden. Der Landesrechnungshof und der Bund der Steuerzahler rügten die Kostenexplosion. Studentenvertreter forderten Kellers Rücktritt. Eigentlich sollte der Libeskind-Bau zu diesem Zeitpunkt längst fertig sein. Doch statt einer Einweihung Ende 2014 konnte erst im Januar 2015 das Richtfest gefeiert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 08.01.2016 | 15:30 Uhr