Stand: 04.03.2016 17:11 Uhr

Wiederaufbau des Löseckehauses verzögert sich

von Kerstin Geisel
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Obwohl der Baufirma gekündigt wurde, gehen die Arbeiten am dritten Obergeschoss voran.

Alle hatten sich schon auf den Spätsommer gefreut: Dann sollten eigentlich die Mieter in das neue Löseckehaus am Lüneburger Stintmarkt einziehen. Und dann sollten eigentlich auch das beliebte italienische Restaurant sowie der irische Pub wieder öffnen. Doch das verzögert sich nun. Wie der NDR erfuhr, ist der Baufirma gekündigt worden. Das historische Löseckehaus in Lüneburg war im Dezember 2013 abgebrannt. Die Polizei vermutet Brandstiftung, konnte den Fall aber bis heute nicht klären. Seit einem knappen Jahr lässt der Eigentümer Michael von Hartz das Haus nach alten Vorbildern wieder aufbauen. Doch es wird wohl erst Ende des Jahres fertig werden.

Auch die Kosten werden sich erhöhen

Dem Architekten Jörg Hilmer war aufgefallen, dass es in den vergangenen Wochen auf der Baustelle sehr langsam voranging. Er habe daraufhin das Gespräch mit der Hamburger Baufirma gesucht, die als Generalunternehmer fungiert. Die Firma habe mitgeteilt, dass sie nicht in der Lage sei, den Bau fortzuführen. Insider sprechen von finanziellen Problemen. Deshalb sei der Hamburger Firma gekündigt worden, so der Architekt. Er schreibt die Handwerkerleistungen nun neu aus. Das bedeute viel Aufwand: Es sind rund 20 Gewerke. Deshalb werde man auch mit den kalkulierten 3,6 Millionen Euro nicht auskommen, sagte Hilmer. Die beiden Gastronomen hätten sich von der späteren Fertigstellung aber nicht abschrecken lassen. Sie wollen trotzdem wieder einziehen. Dennoch herrscht kein Stillstand am Löseckehaus. Ersatz-Arbeiter sind zurzeit mit dem dritten Stockwerk beschäftigt. Bald soll der Dachstuhl folgen.

OB Mädge: Ziel nicht aus den Augen verlieren

Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) hofft auf ein gutes Ende: "Dass das keine einfache Baustelle ist, war jedem klar. Das ist im Wirtschaftsleben so, dass sich mal einer verschätzt oder überschätzt. Entscheidend ist, dass der Bauherr das Ziel nicht aus dem Auge verliert - und das heißt: zügiger Wiederaufbau." Bereits zu Beginn des Neubaus hatte es schon einmal Verzögerungen um etwa anderthalb Monate gegeben - als die Stützpfeiler in die Ilmenau gerammt werden sollten. Es zeigte sich, dass das Nachbarhaus auf einer anderen Grundhöhe stand. Deshalb musste erst noch eine zusätzliche Stützwand eingezogen werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 04.03.2016 | 17:00 Uhr