Stand: 17.02.2016 14:42 Uhr

Toter Seeadler: NABU für Schwerpunkt-Ermittler

Nach dem gewaltsamen Tod eines Seeadler-Weibchens in der Nähe der Gemeinde Balje (Landkreis Stade) hat der Naturschutzbund NABU erneut die Schaffung einer Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft gegen Umweltkriminalität gefordert. Greifvogelverfolgung verstoße gegen das Artenschutzrecht und müsse konsequent und unnachgiebig verfolgt werden. Das jetzt erschossene Tier sei bereits der fünfte Fall in der Region, bei dem Seeadler vorsätzlich durch Gift oder Schusswaffen ums Leben gekommen sind. Bei dem ohnehin geringen Bestand von gerade einmal 44 Paaren zähle jedes Individuum, hieß es vonseiten des NABU. Gemeinsam mit der Umweltorganisation WWF hat er eine Belohnung zur Ergreifung des Täters ausgesetzt. Diese lag zunächst bei 5.000 Euro, mittlerweile hat der Naturschutzbund auf 10.000 aufgestockt. Nach dem NABU erstattete inzwischen auch der Landkreis Stade Strafanzeige gegen den oder die Täter.

Vogelexperte findet toten Seeadler im Nest

Deutlich erkennbare Schussverletzungen

Das tote Seeadler-Weibchen war am vergangenen Mittwoch in seinem Horst entdeckt worden. Nach Angaben des Seeadler-Betreuers des Landes Niedersachsen, Peter Görke, gibt es keine Zweifel daran, dass das Tier erschossen wurde. Der Adler habe ein sechs bis acht Millimeter großes Einschussloch aufgewiesen. Das Projektil habe bisher nicht gefunden werden können.

Abschuss ist eine Straftat

Der Seeadler gehöre zu den streng geschützten Vogelarten in Deutschland und Europa, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden. Ihn zu schießen, sei eine Straftat. Experten vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin sollen das tote Seeadler-Weibchen jetzt untersuchen.

Ein toter Seeadler

Seeadler wegen Windkraftanlagen-Baus erschossen?

Hallo Niedersachsen -

Wurde das Seeadler-Weibchen im Landkreis Stade erschossen, damit eine geplante Windkraftanlage gebaut werden kann? Der Nabu hat 10.000 Euro für Hinweise auf den Täter ausgelobt.

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Mensch und DDT als Todesursache

Die größten Greifvögel Europas wurden bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts intensiv gejagt und praktisch ausgerottet. Zu schaffen machte den Tieren auch das Insektizid DDT - sie legten Eier mit dünneren Schalen. Der Bestand verringerte sich drastisch. Erst seit Mitte der 1980er-Jahre vermehren sich die Tiere wieder verstärkt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 16.02.2016 | 08:30 Uhr