Stand: 26.02.2016 15:46 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt nach Seeadler-Tod

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Bei dem erschossenen Seeadler handelt es sich - anders als bisher angenommen - um ein Männchen. (Archivbild)

Der im Landkreis Stade erschossene Seeadler beschäftigt nicht nur Jägerschaft und Tierschützer - sondern jetzt auch die Staatsanwaltschaft. "Wir gehen von einer Straftat und nicht von einer Ordnungswidrigkeit aus", sagte Sprecher Kai Thomas Breas. Die Behörde ermittelt gegen unbekannt. Denn nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, streng geschützte Arten zu töten. Außerdem habe der Täter gegen das Naturschutzgesetz verstoßen, das verbietet, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten. Bis zu fünf Jahre Gefängnis drohten dem Täter bei einer Verurteilung, so Breas. Der Seeadler war vor rund zwei Wochen tot in seinem Nest in der Nähe der Gemeinde Balje entdeckt worden.

Belohnung auf 12.300 Euro erhöht

Untersuchungen ergaben derweil, dass es sich bei dem Greifvogel entgegen der bisherigen Auffassung um ein Männchen handelte. Experten waren zuvor davon ausgegangen, dass es sich im ein Weibchen handelte, weil das Tier so kräftig war. Mehrere Naturschutzvereine, die niedersächsische Landesjägerschaft und Privatleute erhöhten unterdessen die Belohnung für Hinweis zur Aufklärung des Vorfalls auf 12.300 Euro. Die örtlichen Jägerschaften Stade und Hadeln-Cuxhaven betonten, dass für "strafrechtlich bewährte Artenschutzvergehen weder Verständnis noch Platz im Verband ist". Der Verband machte zudem deutlich, dass die "illegale Verfolgung von Greifvögeln kein Kavaliersdelikt ist".

Fünfter Fall in der Region

Der Nabu und der Landkreis Stade hatten nach der Entdeckung des erschossenen Seeadlers Strafanzeige gestellt. Das jetzt getötete Tier ist nach Nabu-Angaben bereits der fünfte Fall in der Region, bei dem Seeadler vorsätzlich durch Gift oder Schusswaffen ums Leben gekommen sind. Zudem waren in den vergangenen Tagen ebenfalls in der Region zwei Mäusebussarde möglicherweise vergiftet worden.

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