Stand: 21.02.2011 16:36 Uhr

Neonazi wegen Landfriedensbruchs verurteilt

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Linke Demonstranten und Neonazis trafen Pfingsten 2010 in Tostedt aufeinander.

Das Amtsgericht hat den Neonazi Stefan S. wegen schweren Landfriedensbruchs zu eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Es folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Angeklagt war der 37-jährige Inhaber eines rechten Szene-Ladens in Tostedt. Zu Pfingsten vorigen Jahres verhinderte die Polizei vor dem Laden Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und linken Demonstranten. Dabei hatte der Verurteilte auch ein Messer dabei und lief mit erhobener Waffe auf eine Gruppe linker Demonstranten zu. Zuvor hatte er eine Polizeikette durchbrochen, die sich zwischen die beiden gegnerischen Gruppen gestellt hatte.

Stefan S. bereits wegen Totschlags verurteilt

Die hohe Strafe kommt nicht von ungefähr: Der Verurteilte Stefan S. ist vor Gericht kein Unbekannter: Er war 1992 wegen Totschlags zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Gemeinsam mit einem Freund hatte er einen Kapitän erschlagen, weil dieser Hitler als Verbrecher bezeichnet hatte. Auch sein damaliger Mittäter, Sebastian S., war bei dem Vorfall Pfingsten 2010 in Tostedt dabei. Am Busbahnhof von Buxtehude erinnert ein Gedenkstein an die Tat.

Anlaufpunkt der Neonazi-Szene

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Der Laden von Sven S. gilt weiterhin als Treffpunkt für Nazis.

Der Laden "Streetwear Tostedt" gilt als Anlaufpunkt der regionalen Neonazi-Szene. Rund 70 Demonstranten, überwiegend aus Hamburg, waren dorthin gezogen. Rund 20 Rechtsextreme formierten sich als "Beschützer" des Ladens. Polizisten, die als Zeugen vernommen wurden, beschrieben die damalige Stimmung als "äußerst aggressiv".