Stand: 27.07.2015 19:53 Uhr

Nach Krebsfällen: Böden in Bothel werden geprüft

Was steckt hinter der erhöhten Leukämierate in Bothel im Landkreis Rotenburg? Diese Frage stellt sich bereits seit Bekanntwerden im vergangenen Herbst, eine Antwort darauf aber ist noch immer nicht gefunden. Bürger befürchten einen Zusammenhang mit der Erdgasförderung in der Region. Die Böden rund um solche Förderstellen werden seit Montag vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) auf mögliche Schadstoffbelastungen untersucht. Sieben Proben sind entnommen worden. Beauftragt wurden die Experten vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie dem Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Doch geprüft wird nicht nur bei Bothel: Bis Ende 2016 sollen auf 200 der 455 Förderstellen im Land Proben gezogen werden. Erste Ergebnisse werden für den kommenden Herbst erwartet.

Mann nimmt Bodenprobe

Nach Krebsfällen: Böden werden geprüft

Hallo Niedersachsen -

Warum erkranken auffälig viele Menschen im Landkreis Rotenburg an Leukämie? Hat es mit der Erdgasförderung zu tun? Das Landesamt für Bergbau entnimmt dazu nun Bodenproben.

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Gesucht: Blei, Quecksilber und Spuren von Radioaktivität

Gesucht wird nach Quecksilber, Blei, Benzol und Dioxinen. Außerdem gehe es auch um Spuren von Radioaktivität in der Nähe der Bohrstellen, sagte Björn Völlmar vom Landesbergbauamt. Dazu würden überall in bis zu 30 Zentimeter Tiefe Bodenproben genommen. "Werden an einer Stelle erhöhte Werte gefunden, dann werden wir dort sofort mit weiteren Detail-Untersuchungen beginnen", so Völlmar. Bei der Auswahl der untersuchten Förderplätze seien die vielen Hinweise aus der Bevölkerung berücksichtigt worden. "Die Sorgen der Bürger werden sehr ernst genommen", sagte LBEG-Präsident Andreas Sikorski.

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"Die Sorgen der Bürger werden sehr ernst genommen": LBEG-Präsident Andreas Sikorski (l.).
Auch in Rotenburg erhöhte Krebsrate

Die systematische Untersuchung der Förderplätze sei ein längst überfälliger Schritt, sagte Kathrin Otte vom Gemeinnützigen Netzwerk für Umweltkranke. Den Ausschlag für den Start in Bothel hätten die erhöhten Leukämiewerte in der dortigen Bevölkerung gegeben, so das Landesamt. Im vergangenen Jahr hatte eine Auswertung des Krebsregisters eine auffällige Krebsrate bei Männern ergeben. Auch im angrenzenden Rotenburg wurde kürzlich eine erhöhte Krebsrate festgestellt. Ob es einen Zusammenhang mit den Fällen in Bothel gibt, müssen weitere Untersuchungen klären. Im Laufe der kommenden Monate sollen auch in den Landkreisen Aurich, Celle, Cloppenburg, Diepholz, Emsland, Grafschaft Bentheim, Heidekreis, Leer, Nienburg, Oldenburg, Vechta und Verden sowie in der Stadt Emden und der Region Hannover Proben entnommen werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 27.07.2015 | 09:30 Uhr